Tut es für Euch. Tut es für die Community!

Schon oft habe ich mich über queer.de geärgert. Und manchmal habe ich mich mit den Machern auch heftig gestritten. Vieles kann man kritisieren an dieser queeren Nachrichten-Website. Trotzdem: Sie ist die beste, die wir haben. Und als Medium mit Ziel einer medialen Grundversorgung zu LGTBI-Themen ist sie sogar die einzige im deutschsprachigen Raum, die diesem Anspruch gerecht wird.

Hinter queer.de steht kein Verband, kein reichweitensammelndes Start Up, kein Medienunternehmen, das sich die Nachrichtenseite aus Image oder Synergie-Gründen leistet, aber die Möglichkeit hat, den Aufwand über profitable Entertainment-Produkte querzufinanzieren.

Queer.de ist etwas, was es eigentlich nicht gibt, erst recht nicht im Marktsegment einer gesellschaftlichen Minderheit: Ein unabhängiges Medium, das nur mit frei konsumierbarem Journalismus Geld verdienen will. Aber genau das ist gleichzeitig das, was diese – unsere- Mindeheit so dringend benötigt.

Die Emanzipationsbewegung steht in Deutschland unter großem Druck. Die Argumente und Strategien unserer Gegner sind perfider geworden, seitdem diese uns nicht mehr frontal bekämpfen, sondern sich hinter der „Ich hab ja  nichts gegen, aber“-Rethorik verstecken und die Täter dazu übergegengen sind, sich als unsere Opfer darzustellen. Gleichzeitig sind mit Afd, „Demo für alle“, „Besorgte Bürger“ Strömungen  und Organisationsformen entstanden, die aus sich selbst heraus, aber auch im Zusammenspiel wie im Konkurrenzkampf mit bürgerlichen Parteien, Kirchen, Gruppen und Medien spürbaren Einfluss gegen unsere Rechte und Interessen organisieren.

Den Machern von queer.de ist es in den letzen Jahren auf beeindruckende Art und Weise gelungen, hier den Überblick zu behalten und diesen für die Leser von LGTBI-Themen herzustellen.  Es gibt wohl keine LGTBI-bewegten Blogger, Aktivisten, Politiker, JournalistInnen, die nicht die Arbeit von queer.de für ihre Basis-Information nutzen. Und es gibt wohl kaum einen LGTBI-Menschen im deutschsprachigen Raum, der queere Themen nicht mittel- oder unmittelbar durch die Basisarbeit von queer.de zur Kenntnis genommen hat. Ohne die Wirkung dieser Organisationen schmälern zu wollen: Ich schätze die aufklärerische Wirkung von queer.de bei LGTBI-Themen als größer ein, als die aller einschlägigen Verbände (jetzt mal ohne die AIDS-Hilfe) zusammen.

Vom Barilla-Skandal bis zu dem um den Schweizer Bischof Vitus Huonder, der sich Gedanken um die Todesstrafe für Homosexuelle Gedanken machte: Meist waren es die Leute von queer.de, das das Wirken homophober Politiker, Unternehmen und Glaubensverteter in die öffentliche Diskussion gebracht haben.  (Eine sehr lesenswerte Auflistung der wirkungsvollsten Geschichten findet ihr hier.) Aber auch das Meinungsbild und die Entwicklungen innerhalb der LGTBI-Szene wird nirgendwo anders so umfassend dagestellt eingeordnet und archiviert.

All das ist eine Leistung, die besonders hoch anzusiedeln ist, wenn man bedenkt, dass queer.de im Gegensatz zu diesen Organisationen nicht auf sowas wie Mitgliedsbeiträge, staatliche Zuwendungen oder Pro-Bono-Kampagnenunterstützung durch Werbeagenturen oder Medienpartner zurückgreifen kann.

Unabhängiger, guter Journalismus, wie er von queer.de geleistet wird, kostet Geld. Da queer.de nicht alleine von den Werbeeinnahmen leben kann, läuft gerade eine Kampagne, mit der die Plattform um Unterstützer wirbt.

Doch mir ist nicht ganz wohl dabei. Denn erstens sollte nicht queer.de um Geld betteln müssen. Es sollte zum Selbstverständnis unserer Szene gehören, ihre journalistische Grundversorgung aus sich selbst heraus abzusichern. Genau wie wir im Kampf gegen AIDS die entsprechenden Organisationen gestärkt haben, müssen wir jetzt in der Aufklärungsarbeit gegen Desinformation und Hass-Kampagnen auch Geld in die Hand nehmen, um unsere Interessen zu sichern. Natürlich ist das nicht der Anspruch und die Aufgabe alleine von queer.de . Aber queer.de bildet dafür zur Zeit eben die Basis.

Aber es gibt  noch einen zweiten Grund, der mich an der queer.de-Kampagne stört: Lesbische und schwule „Muliplikatoren“, also Politiker, Journalisten und VerbandsvertreterInnen erklären auf queer.de als Testimonial, warum sie queer.de unterstützen. Auch wenn dieses Engegement ersteinmal zu loben ist: Es kommen genau die Sorte Menschen zu Wort, über die ein Nachrichtenportal wie queer.de unabhängig und vorurteilsfrei zu berichten hat. Ich will damit nicht sagen, dass es queer.de nicht trotzdem tut. Aber wir als LGTBI-Szene sollten ein großes Interesse daran haben, dass die Menschen, die in unserem Namen sprechen und handeln möglichst wenig wirtschaftlich miteinander verflochten sind, dass man sie kritisch hinterfragen, ihnen auf die Finger hauen kann, wenn sie Blödsinn machen.

Ihr ahnt natürlich, worauf dieser Blogbeitrag hinaus läuft. Ja, das ist ein Spendenaufruf. Um mal eine Zahl zu nennen: Ich finde, 20,- Euro sollte queer.de jedem einmalig Wert sein. Wer mehr geben möchte, kann auch ein Unterstützer-Abo abschließen. Tut es für die Community. Tut es für Euch. Aber tut es auch als Leser dieses Blogs, das – wie alle anderen auch – auf queer.de zurückgreift. Und das sich auch weiterhin mit queer.de auseinandersetzen und heftig streiten will.

Hier kannst Du für queer.de spenden (auch paypal) oder Abos abschließen.

Nachtrag: Bin darauf hingewiesen worden, dass sich hinter dem Link auf IOS (iphone, iPad) direkt die Abo-Maske aufmacht. Deshalb hier die Überweisungsinfos ohne Link:
Queer Communications GmbH
Konto-Nr. 55 666 9000
Commerzbank Köln
BLZ 370 400 44
Verwendungszweck „queer.de ist mir etwas wert“
IBAN: DE59 3704 0044 0556 6690 00
SWIFT-BIC: COBADEFF370

Offenlegung: Ich habe einmal für queer.de geschrieben und bereits mehrmals Fotos zur Verfügung gestellt.

3 “Kommentare ”

  1. Könnt Ihr mir bitte Eure E-mail Adresse für eine Spende per Paypal zuschicken.

    LG Sven

  2. ich werde keinen cent für queer.de spenden, es wurden sehr viele meiner leserkommentare nicht veröffentlicht weil diese dem ein oder anderen admin nicht gepasst haben, so wird das alles verfälscht, es ging auch anderen so die mir bekannt sind und NEIN es waren keine beleidigungen enthalten. des weiteren untersütze ich kein medienmagazin welches leute wie robert niedermaier fördert – man lese sich die ergüsse mal durch.

  3. Für mich fehlt bei queer.de ein entscheidendes Quentchen an Qualität. Zuviel Aufgeregtheit! Ich habe mich sehr empört, dass in der Schweiz die Diskussion um das Bibelzitat im Zentrum stand und nicht die ursächlichen Gründe darin, die mit einer Hostie bedeckt wurden. Die Schweizer Lobbyisten haben nur empört geflattert, statt den Bischof mit dem Inhalt des Zitates herauszufordern, wie das eine Schwulenbewegung gemacht hätte!

    Mit genau dem Sinn der Penetration von hinten, werden in Afrika und Jamaika Schwule getötet und malträtiert. Und genau sowenig wie es einen einheitlichen Islam gibt, gibt es weltweit auch keine einheitlichen Freikirchen!
    Es gibt eben Themata, die für eine nicht weiter denkende und interessierte Leserschaft zu schwierig sind. Und das ist schade. Darum auch viele Gehässigkeiten in den Diskussionen.

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