Tagesspiegel-Kolumnistin Liane Bednarz wettert auf Facebook gegen „Homo Lobby“

Die Publizistin Liane Bednarz, die u.a. eine Kolumne im Tagesspiegel-Debattenforum „Causa“ schreibt, fühlt sich nach einem Kommentar des Nollendorfblogs  zum „Feind schwuler Aktivisten“ erklärt .

In einem Blogbeitrag hatte ich gestern  ihre Instrumentalisierung von Homosexualität bei einer Aussage über die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel auf Facebook kritisiert. Bednarz hatte dort u.a. geschrieben:

„Ich finde es nicht in Ordnung, wenn ein lesbisches Paar wie Weidel und ihre Partnerin Eltern ohne Adoption werden, mit männlichen Samen und so einem Kind von vornherein den Papa nehmen.“

Obwohl ich dort explizit nicht ihre Haltung zur künstlichen Befruchtung bei lesbischen Paaren kritisiert habe, sondern nur die Tatsache, dass sie dies ausgerechnet bei einer lesbischen Politikerin zum Thema macht, schrieb sie gestern u.a. in einem Facebook Kommentar zu meinem Beitrag:

“ …Ich nehme zur Kenntnis, dass man zum Feind schwuler Aktivisten wird, wenn man nicht zu 100 Prozent Eure Agenda teilt. Auch wird dreist behauptet, ich würde nur fiktiv etwas vertreten. Nee, falsch. Es geht mir tatsächlich auch um Frauen, die sich ohne Beziehung schwängern lassen, Hauptsache Baby.

Nachdem ich mir für mein neues Buch nun wirklich einen abgebrochen habe, die Bibelstellen gegen die Honosexualität in einen historischen Kontext zu setzen, in der ‚Männer‘ für die Homo-Ehe plädiert habe, ebenso auf Bayern 2, zieht mir das jetzt echt die Schuhe aus.

Das ist so fies und mies, dass ich langsam verstehe, wenn Christen von der ‚Homo-Lobby‘ sprechen. Ihr habt damit gegenüber Eurer loyalen Freundin Liane nur eines erreicht: dass ich das Kapitel in meinem neuen Buch umschreiben und diese ganzen grotesken Verdrehungen aufführen werde. Herzlichen Glückwunsch, echt gut vermasselt.“♦

Hintergrund – Der Nollendorfblog-Beitrag von gestern:

Auch gegen die Homophobie gegen Alice Weidel und Jens Spahn müssen wir uns wehren.

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2 “Kommentare ”

  1. Es wundert mich nicht – ich habe Liane Bednarz` Engagement gegen rechts immer mit Mißtrauen beäugt, tatsächlich geht es ihr wie allen Konservativen in der Hauptsache um Stilfragen und schwarze Pädagogik. Die AfD sieht sie eher als Schmuddelkind denn als wirkliche Gefahr – wenn diese Herrschaften mit Messer und Gabel essen, werden sie auch von Katzentisch weggeholt und därfen an die Tafel der Erwachsenen.
    So ähnlich hat sich in der vorigen Woche auch Ole von Beust (!!!) in der Maischberger-Show geäußert, der sich vor dem schmuddeligen Höcke und Konsorten zwar schüttelte aber meint, wären die weg müsse man eben auch mit der AfD Politik machen.
    Die „Solidarität“ der Frau Bednarz entspringt ihrem „menschenliebenden“ Katholizismus, der natürlich seine Grenzen hat. Ich sage nur „Takt und Mitgefühl“ wie ihn die KK für Homoseuelle fordert, wie ja überhaupt der Pseudohumanimus der KIrchen nicht aus der menschlichen Vernunft des anständigen Miteinanders und ehrlichen Mitgefühls (wie Arno Gruen es versteht) erwachsen, sondern als Anordnung von oben, dem „Lieben Gott“.
    Daß sie Vokabeln wie „Homo-Ehe“ enutzt zeigt wie weit ihre Toleranz wirklich geht. Themen der Gleichberechtigung und dr Menschenrechtse sind eben bei ihr auch nur eine „Meinungsfrage“ – und ihr Vater/Mutter/Failienild bleibt religiös-biologistisch. Damit unterschied sie sich bisher tatsächlich nur um Ton von Birgit Kelle et alii. Ihre bürgerliche Bonhomie war Pose, wie Bonhomie ja stets nur Pose ist., jetzt wird offensichtlich seit 5 Uhr zurückgeschossen…

  2. Was passiert hier? Wir werden Zeuge, wie virtuelle Kommunikation wieder mal misslingt. Weil sie eben virtuell ist und den Akteuren ihre Regeln aufzwingt (z.B. die des ständigen Übereinanderschreibens und der Unmöglichkeit des Miteinanderredens).
    Das Thema ist zu real und betrifft zu viele Menschen in ihrem wirklichen Leben, um dem virtuellen Diskursmachtgerangel geopfert zu werden. Johannes Kram und Liane Bednarz: Diese wild ins Kraut schießenden Spekulationen über den jeweils anderen sind unerträglich. Ausweg: Termin vereinbaren, an einen (echten) Tisch setzen, miteinander reden!

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