{"id":10216,"date":"2019-03-04T14:04:47","date_gmt":"2019-03-04T12:04:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=10216"},"modified":"2019-04-02T09:27:48","modified_gmt":"2019-04-02T07:27:48","slug":"vier-einfache-fragen-an-peter-kraus-zu-andreas-gabalier-2-2-2-2-3-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=10216","title":{"rendered":"Nach AKK-Witz: BILD-Chef beschw\u00f6rt Wahlkampf gegen geschlechtliche Vielfalt"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:10px;text-align:right\">Foto: BILD-Chefredakteur Julian Reichelt <a href=\"http:\/\/ https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:2018-11-07-Julian_Reichelt-Maischberger-1141.jpg\">\u201e\u00a9 Superbass <\/a>\/ <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.de\">CC-BY-SA-4.0<\/a> (via Wikimedia Commons)<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten Jahre hat die BILD-Zeitung einiges getan, um queere Menschen das Gef\u00fchl zu geben, ihre Andersartigkeit zu akzeptieren. Der Facebookseite Queerbild folgen fast 30.000 Freunde. Es gibt mit queer:seite  ein Axel-Springer-Mitarbeiternetzwerk, das sich mit den BILD-Marken auf einem Partywagen auf dem Berliner CSD pr\u00e4sentiert und daf\u00fcr ganz offenichtlich die Unterst\u00fctzung des Konzerns hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ja, die Zeiten sind lange vorbei, in denen BILD queere Menschen reflexartig als Freaks vorf\u00fcht. Gegen die Ehe f\u00fcr alle hat das Blatt am Ende nicht wirklich Stimmung gemacht. Und es gibt viele angemessene Artikel \u00fcber queere Themen, teilweise sogar richtig vorbildliche, wie etwa ein investiger Beitrag \u00fcber, beziehungsweise gegen Konversationstherapien, der schon <a href=\"https:\/\/donotlink.it\/mKgr\">vor einigen Jahren erschien<\/a>, bevor das in Deutschland zur gro\u00dfen Diskussion wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt dort Leute, die es wirklich ernst und gut meinen und auch ernsthafte und gutgemachte Sachen machen. Und doch ist es Zeit, wieder daran zu erinnern, dass BILD nicht einfach irgendeine Zeitung ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Denn das Kerngesch\u00e4ft von BILD ist nicht Journalismus, sondern Stimmungsmache. BILD funktioniert \u00fcber das Ressentiment, \u00fcber niedere Instinkte. LGTBI hatten in den letzten Jahren das zweifelhafte &#8222;Gl\u00fcck&#8220;, als Adressat dieser Ressentiments nicht ben\u00f6tigt zu werden: Seitdem BILD es geschafft hatte, Thilo Sarrazins Agenda in Deutschland gro\u00df zu machen, waren Muslime, sp\u00e4ter Fl\u00fcchtlinge, perfekte Opfer dieser Stimmungmache. Diese erreichte schon vor Jahren einen ersten H\u00f6hepunkt, als das Blatt einen Bundepr\u00e4sidenten zum Feind erkl\u00e4rte (und sp\u00e4ter zum R\u00fccktritt zwang), der es gewagt hatte, den Islam als einen Teil Deutschlands zu betrachten. Viele Menschen mit Migrationshintergrund berichten, dass sie das gesellschaftliche Klima seit dieser BILD-Kampagne, die Sarrazin zum mutigen Streiter f\u00fcr unbequeme Wahrheiten verkl\u00e4rte, als vergiftet erleben.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\">Und so, wie sich die BILD-Macher heute als Allierte von LGTBI erkl\u00e4ren, machten sie es noch vor wenigen Jahren, als sie sich als Fl\u00fcchtlingshelfern generierten. Um dann, als es nicht mehr opportun war, genau das Gegenteil zu machen, also Gefl\u00fcchtete fast ausnahmlos als Deutschlands Gefahr zu stilisieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist also nicht, ob es bei BILD viele wohlmeindende bzw. angemessene Artikel \u00fcber LGBTI gibt. Die Frage ist, wie Artikel \u00fcber LGTBI aussehen, wenn es hart auf hart kommt. Wenn also der Angriff auf sie dem Blatt mehr n\u00fctzen als schaden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch BILD wird wohl nicht einfach zur fr\u00fcheren ganz plumpen Homohetze zur\u00fcckkehren. Zum einen, weil es nicht mehr so einfach funktioniert, und zum anderen, weil auch Homos als Zielgruppe und Kunden gebraucht werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Und doch wird BILD auf das Erregungspotential von queer nicht verzichten wollen. Wer gestern die Twitter-Diskussion zum AKK-Witz auf Kosten intersexueller Menschen verfolgt hat, <a href=\"https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=33103\">konnte sehen<\/a>, wie es vor allem BILD-Leute waren, die f\u00fcr das Recht auf Diskriminierung stritten. Durch den Framing-Trick, AKK h\u00e4tte gar keinen Gag \u00fcber Intersexuelle gemacht sondern nur gegen Gender Toiletten, lieferten sie die perfekte Vorlage f\u00fcr all die, die sich nun dar\u00fcber aufregen, dass man \u00fcber gar nichts mehr lachen darf. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie BILD es schafft,  gegen queere zu polemisieren und gleichzeitig ihnen das Gef\u00fchl zu geben, sie geh\u00f6rten dazu, zeigt sich bereits jetzt in der Kolumne der Berliner Dragqueen Nina Queer, deren Prinzip es ist, gegen Unkonforme und Schw\u00e4chere zu treten. Die Queer-Kolumne ist ein Aufruf zur Entsolidarisierung. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch es wird wom\u00f6glich weitaus schlimmer werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Heute twitterte BILD-Chefredakteur Julian Reichelt<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p> Um die Karnevalsdebatte um <a href=\"https:\/\/twitter.com\/akk\">@<strong>akk<\/strong><\/a>  mal wieder in die Politik zur\u00fcck zu ziehen, wage ich folgende Prognose:  St\u00e4rkste Kraft bei der n\u00e4chsten Bundestagswahl wird die Partei, die auf  die Frage, wieviele Geschlechter es gibt, am klarsten mit \u201eZwei!\u201c  antwortet. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dazu muss man wissen, dass immer dann, wenn BILD vorgibt, die Wirklichkeit zu beschreiben, in Wahrheit gerade versucht, eine Wirklichkeit herzustellen. Die Prognose ist also somit mehr als eine Einladung zu verstehen: Wer sich f\u00fcr den n\u00e4chsten Bundestagskampf profilieren m\u00f6chte, wird in BILD Geh\u00f6r finden, wenn er es gegen geschlechtliche Vielfalt macht.  <\/p>\n\n\n\n<p>Der Tweet ist also eine Warnung: Nicht die Fl\u00fcchtlingsfrage ist also ab sofort spielentscheidend, sondern die queere. Wie sich das in BILD-Schlagzeilen niederschlagen wird, mag man sich gar nicht ausdenken. Vor allem aber ist BILD wohl darauf aus, Trans* und Intermenschen rauszupicken, also die, die oft am meisten verletzlich sind.  Und darauf zu setzen, dass auch die Mehrzahl der etablierten Homos da stillschweigend mitmachen wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch das darf nicht passieren. BILD darf die Community nicht spalten. Wer geschlechtliche Vielfalt attackiert, attackiert die gesamte Community. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich schreibe eine Kolumne f\u00fcr <a href=\"https:\/\/bildblog.de\/ressort\/political-correct\/\">BILDblog<\/a>, das sich kritisch mit Medien, vor allem aber auch mit der BILD auseinandersetzt. Auch Engagement von Nina Queer bei BILD war <a href=\"https:\/\/bildblog.de\/96733\/bild-feiert-den-schwulen-selbsthass\/\">dort schon ein Thema<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Theaterst\u00fcck <a href=\"http:\/\/www.seite-eins.net\/\">&#8222;Seite Eins&#8220;<\/a> (u.a. gespielt von Ingolf L\u00fcck) handelt von einer gro\u00dfen deutschen Boulevardzeitung und thematisiert auch deren Populismus gegen Minderheiten. Hier dazu ein Interview<a href=\"https:\/\/meedia.de\/2014\/09\/12\/theaterstueck\/\"> mit meedia.de<\/a> .<\/p>\n\n\n\n<p>Hier mein Unrsprungsbeitrag zum AKK-Witz:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=10181\"><strong>Stoppt Kramp-Karrenbauer!<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hier alle Artikel dieses Blogs zu<a href=\"https:\/\/meedia.de\/2014\/09\/12\/theaterstueck\/\"> <strong>BILD.<\/strong> <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachtrag: <\/strong>Nur einen Tag nach diesem Blogeintrag, scheinen sich alle meine schlimmsten Bef\u00fcrchtungen best\u00e4tigt zu haben. Doch lesen Sie selbst, was bei BILD nun wieder m\u00f6glich ist: <a href=\"https:\/\/donotlink.it\/jmOL\">Wer sich um Minderheiten k\u00fcmmert, gef\u00e4hrdet die Demokratie.  Wem die Rechte von Minderheiten nicht egal sind, vernachl\u00e4ssigt die Rechte der Mehrheit.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Bitte seid dabei: 10 Jahre Nollendorfblog &#8211; Gro\u00dfe Community-Gala im Tipi am Kanzleramt am 28. Mai 2019. U.a. mit Ralf K\u00f6nig \u2013 Barrie Kosky \u2013 Katharina Franck \u2013 Klaus Lederer \u2013  Tessa Ganserer \u2013 Sigrid Grajek \u2013 Hendryk Ekdahl \u2013 Kerstin Polte \u2013  Ludique!&nbsp; \u2013 Desiree Klaeukens \u2013 Alfonso Pantisano \u2013 Ryan Stecken \u2026.  sowie Daniel Philipp Witte und Ricardo Frenzel Baudisch mit Highlights  aus der \u201eOperette f\u00fcr zwei schwule Ten\u00f6re\u201c. Am Fl\u00fcgel: Florian Ludewig  \u2013  Special Guest: Martin Schulz (\u00c4nderungen m\u00f6glich) <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.tipi-am-kanzleramt.de\/de\/programm\/programmuebersicht\/10-jahre-nollendorfblog.html\">Tickets hier<\/a><\/strong><a href=\"https:\/\/www.tipi-am-kanzleramt.de\/de\/programm\/programmuebersicht\/10-jahre-nollendorfblog.html\">.<\/a><br><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1005\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Screenshot-36-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10103\" srcset=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Screenshot-36-1.png 1005w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Screenshot-36-1-300x167.png 300w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Screenshot-36-1-768x428.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1005px) 100vw, 1005px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p><strong>Bitte mach mit! <\/strong>Als unabh\u00e4ngiges und werbefreies Blog brauchen wir Deine Hilfe. 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