{"id":11374,"date":"2019-12-30T16:13:06","date_gmt":"2019-12-30T14:13:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11374"},"modified":"2019-12-30T19:35:53","modified_gmt":"2019-12-30T17:35:53","slug":"rueckblick-2019-was-es-fuer-die-politik-bedeutet-dass-die-bedeutendsten-politiker-des-jahres-schwul-waren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11374","title":{"rendered":"R\u00fcckblick 2019: Was es f\u00fcr die Politik bedeutet, dass die bedeutendsten Politiker des Jahres schwul waren."},"content":{"rendered":"<p>Zum R\u00fcckblick auf das politische Jahr 2019 m\u00f6chte ich einige Fragen aufwerfen, die auf den ersten Blick verwegen erscheinen: Erstens: Ist es eigentlich ein Zufall, dass die beiden bedeutendsten Bundespolitiker des Jahres schwul sind? Ja klar ist es das. Aber hat, zweitens, die Tatsache, dass Kevin K\u00fchnert und Jens Spahn schwul sind umgekehrt auch nichts damit zu tun, dass diese die bedeutendsten Politiker des Jahres waren? Das sehe ich nicht so. Es spricht vieles daf\u00fcr, dass ihr politisches Tun an entscheidenden Stellen nicht losgel\u00f6st von ihrer schwulen, homosexuellen und wie auch immer gearteten queeren Identit\u00e4t zu verstehen ist.<\/p>\n<p>Was dann auch bedeutet: Es spricht vieles daf\u00fcr, dass wichtige innenpolitische Entwicklungen des Jahres 2019 eben auch durch schwule* Perspektiven vorangetrieben wurden.<\/p>\n<p>Das Interessante hierbei: W\u00e4hrend 2017 durch Ehe\u00f6ffnung und 175er-Entsch\u00e4dingung als queerpolitisch historisches Jahr zu verstehen ist, in dem durch Entscheidungen der Mehrheitsgesellschaft vor allem das Leben homosexueller Menschen ver\u00e4ndert worden ist, scheint es 2019 umgekehrt zu sein. Schwule \/ homosexuelle \/ queere Politiker schrauben mit schwulem \/ homosexuellem \/ queeren Blick an wichtigen politischen Koordinaten der Gesamtgesellschaft und erm\u00f6glichen so f\u00fcr die beiden gro\u00dfen politischen Lager einen Fortschritt, eine \u00dcberwindung alter Dogmen, die mit rein heterosexuellem Blick nicht gelungen war.<\/p>\n<p>Doch wie komme ich bei den &#8222;bedeutendsten&#8220; Politikern ausgerechnet auf Spahn und K\u00fchnert? Schon klar: W\u00fcrden wir hier generell nicht \u00fcber Bundespolitiker sprechen, sondern \u00fcber die bedeutendste deutsche Politikerin, den bedeutendsten Politiker diesen Jahres, w\u00e4re das nat\u00fcrlich Ursula von der Leyen. Und nat\u00fcrlich sind die Gr\u00fcnen-ChefInnen Annalena Baerbock und Robert Habeck die leuchtenden Stars am PolitikerInnen-Himmel. Aber erstens waren sie das auch schon im letzten Jahr. Und zweitens sind die beiden immer noch vor allem ein politisches Versprechen. K\u00fchnert und Spahn aber sind regierungspolitische Realit\u00e4t. Als zentrale Figuren der Regierungsparteien mussten sie sich aus den Untiefen und Verklemmungen ihrer verkrusteten Parteien, vor allem aber der von der Bev\u00f6lkerung verhassten Koalition befreien. Und so ist hier \u201ebedeutend\u201c nicht an Rang und formaler Macht, sondern als Summe dessen zu verstehen, was Politiker sowohl inhaltlich als auch strategisch innerhalb des einen Jahres bewegt haben: Bedeutend also als Gestalter, im Sinne von Machtgewinn, im Sinne der Position, in die sich die beiden f\u00fcr Ihr eigenes Weiterkommen und dem ihrer Parteien und politischen Lager gebracht haben.<\/p>\n<p>Kevin K\u00fchnert gilt am Ende des Jahres 2019 als der neue starke Mann der SPD. Und w\u00e4hrend in der CDU sich die Antipoden Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz um Kopf und Kragen taktiert haben, ist Jens Spahn als ernstzunehmender Hoffnungstr\u00e4ger der Partei nicht einfach nur \u00fcbriggeblieben. Spahns St\u00e4rke liegt nicht nur in der Schw\u00e4che, der l\u00e4cherlichen und vorhersehbaren Billigkeit der Selbstinszenierungen von AKK und Merz. Er hat seine Niederlage beim Kampf um den CDU-Vorsitz in einen Vorteil verwandelt: Der einstige Polarisierer gilt in der Partei nun als lager\u00fcbergreifender Integrierer und in der Bundesregierung partei\u00fcbergreifend als Macher, als derjenige, dem fast alles zu gelingen scheint. Und das im Minenfeld-Ressort Gesundheit, das traditionell zwischen allen St\u00fchlen und Erwartungen nur negative PR verspricht.<\/p>\n<p>Reden wir bei der Betrachtung der politischen Rollen von K\u00fchnert und Spahn in 2019 zun\u00e4chst nicht \u00fcber Inhalte, sondern \u00fcber Politik als Handwerk, \u00fcber das Geschick, die Chuzpe, das Gesp\u00fcr, das es daf\u00fcr braucht, um nicht nur Positionen und Themen zu \u201ebesetzen\u201c, sondern tats\u00e4chlich ehrgeizige politische Ziele in konkrete Ergebnisse umzusetzen. Hier haben beide wirkliche Wunder vollbracht: K\u00fchnert, der in seiner Partei einen Richtungs- und Machtwechsel organisierte, der allen Erwartungen und politischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten widersprach. Spahn, der sich ausgerechnet das Verbot der \u201eHomoheilung\u201c vorgenommen hatte und somit die L\u00f6sung einer politisch und juristisch eigentlich unl\u00f6sbare Aufgabe versprach, was ihn aller Erwartung nach als Maulhelden h\u00e4tte enden lassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie sehr der Triumph um das Durchbringen des Gesetzesentwurfs zum Verbot von <span class=\"_5yl5\">Konversionstherapie<\/span> ein Sieg seines politischen K\u00f6nnens ist, zeigt sich alleine dadurch, dass es auch in liberalen L\u00e4ndern international nur wenige solcher Gesetze gibt und sich hierzulande das SPD-gef\u00fchrte Justizministerium nicht in der Lage sah, hier einen gangbaren Weg anzubieten.<\/p>\n<p>Damit wir uns nicht falsch verstehen: Spahn bleibt ein Konservativer mit teilweise schlimmen Positionen und Handlungen wie etwa das unw\u00fcrdige und postfaktische Gescharre um den Paragrafen 2019a, der \u201eWerbung\u201c f\u00fcr Schwangerschaftsabbr\u00fcche verbietet. Aber Spahn hat seine Position eben auch dazu genutzt, gesellschaftlich wirklich relevante Konflikte zu beackern, etwa in dem er eine w\u00fcrdige und konstruktive Debatte um das ethisch schwierige Thema Organspende initiierte und mit seinem Entwurf zur Widerspruchsl\u00f6sung eine weitgehend akzeptierte L\u00f6sung zu pr\u00e4sentieren. Er nutzt das vermeintlich enge Fach der Gesundheitspolitik dazu, politisch Grunds\u00e4tzliches anzugehen und alte Konfliktlinien aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>So bedeutet sein Vorsto\u00df in Sachen <span class=\"_5yl5\">Konversionstherapie<\/span> viel mehr als der Schutz queerer Menschen vor Angriffen durch vermeintliche Heiler. Gerade f\u00fcr Deutschland, dem Land der obsessiven Homosexuellenverfolgung, die noch in die Zeit hineinreicht, als Spahns heutige Kabinettchefin Angela Merkel schon Teil einer Bundesregierung war, ist dieser Schritt ein Wendepunkt: Wenn man das halbherzige Lebenspartnerschaftsgesetz von 2001 wegl\u00e4sst und die \u201edritten Option\u201c von 2018 (die allerdings keine politische sondern verfassungsrechtliche Vorgabe war), ist Deutschland erstmals bei einer Frage der W\u00fcrde von LGBTI nicht internationaler Nachz\u00fcgler, sondern sogar Vorreiter.<\/p>\n<p>Erstmals seit langer Zeit traut sich Deutschland in Sachen Diskriminierungsschutz etwas, wagt sich auf unbekanntes Terrain und vollzieht unter nicht nur trotzig und halb widerwillig politisch \u00dcberf\u00e4lliges, was in vergleichbaren L\u00e4ndern schon lange Standard ist.<\/p>\n<p>Vor allem aber f\u00fcr die Unionsparteien, f\u00fcr die die Abwertung Homosexueller einer der traditionell wichtigsten <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=1442\">&#8222;Markenkerne&#8220;<\/a> bedeutet (zumal sich Spahns neue Parteichefin auch ausgerechnet mit queerem Minderheitenbashing zu profilieren versucht) ist Spahns Gesetz eine Sensation. Denn so sehr dort die Toleranz gegen LGBTI behauptet wird, so sehr war es bisher \u00fcblich, katholischen und reaktion\u00e4ren Anh\u00e4ngerInnen in ihrem Glauben zu best\u00e4rken, dass Homosexualit\u00e4t dann doch irgendwie nicht richtig ist, doch irgendwie weder ethisch noch gesellschaftlich gewollt sein kann. <em>(<a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?tag=cdu-csu\">Hier alles zur traditionsreichen Homophobie der Union im Nollendorfblog.)<\/a><\/em> Umso erstaunlicher ist es, dass Spahn hier im Interview mit Markus Kowalski in der taz in der Begr\u00fcndung seines Vorsto\u00dfes keinen Millimeter herum eiert:<\/p>\n<blockquote><p>Homosexualit\u00e4t ist keine Krankheit und deswegen ist sie auch nicht therapiebed\u00fcrftig. Deswegen bin ich f\u00fcr ein Verbot der <span class=\"_5yl5\">Konversionstherapie<\/span>. Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins. Ich sage immer, der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben. Jetzt geht es um die praktische Umsetzung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Den lieben Gott hier ins Feld zu f\u00fchren, ist ein beliebtes Argumentationsmuster queerer AktivistInnen, wenn es um die Diskussion mit religi\u00f6s begr\u00fcndeter Homophobie geht. Dass das hier der Gesundheitsminister einer Partei macht, die das christliche Menschenbild zur Maxime erkl\u00e4rt und deren treuste W\u00e4hlerklientel sich klerikal und konservativ verortet, ist zwar rhetorisch geschickt, aber dennoch mutig: Es widerspricht genau dem, was CDU Politiker bis vor Kurzem von dem behauptet haben, was Gott sich angeblich genderm\u00e4\u00dfig \u201eso gedacht\u201c hat. Dass Homosexualit\u00e4t nicht nur etwas Hinzunehmendes, sondern sogar etwas von Gott gew\u00fcnschtes ist, ist ein weltanschaulicher Bruch, wie ihn die Union lange nicht mehr erlebt hat. Denn in der Konsequenz geht diese Festlegung weit dar\u00fcber hinaus, queere Menschen von Heilung verschonen zu wollen: Wenn Gott sich queere Menschen ausgedacht hat, dann sind eben queerer Sex, queere Beziehungen nicht etwas \u201eDefizit\u00e4res\u201c, dann ist auch etwa das, was die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer \u00fcber gleichgeschlechtliche Ehen erz\u00e4hlt auch noch viel gr\u00f6\u00dferer, b\u00f6swilliger und\/oder haneb\u00fcchener \/ dummer Unsinn als es des bereits vorher sowieso schon war.<em> (Hier die <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?tag=annegret-kramp-karrenbauer\">&#8222;gesammelten Werke&#8220; zur Homophobie der AKK<\/a> im Nollendorfblog, hier meine erste AKK-Kritik:&#8220;<a title=\"Permanentlink zu Ehe f\u00fcr alle: Der v\u00f6lkische Wahn der Annegret Kramp-Karrenbauer\" href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=7895\" rel=\"bookmark\">Ehe f\u00fcr alle: Der v\u00f6lkische Wahn der Annegret Kramp-Karrenbauer&#8220;)<\/a><\/em><\/p>\n<header id=\"masthead\" role=\"banner\">\n<div id=\"main-header\">\n<div>\n<div>\n<section id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">Doch das politische Geschick von Spahn in dieser Frage zeigt sich nicht nur darin, wie er hier Unrecht von \u201eseiner\u201c queeren Community abwendet. Es ist auch \u201eseine\u201c Partei, die er von einer h\u00e4sslichen Unsitte befreit ohne &#8211; und das ist das eigentlich Erstaunliche &#8211; seine Parteileute vor eine Zerrei\u00dfprobe zu stellen, die doch gerade so sehr versuchen, der AfD keine weiteren Vorw\u00e4nde f\u00fcr den Vorwurf zu bieten, die Union w\u00fcrde sich immer mehr von christlichen und konservativen Werten verabschieden. Dies im Blick h\u00e4tte Spahn zum Thema &#8222;Homoheilung&#8220; argumentieren k\u00f6nnen, dass er sich auf schwierige Diskussionen in der Union einstelle, h\u00e4tte einr\u00e4umen k\u00f6nnen, dass es ja nun auch darum gegen m\u00fcsse, religi\u00f6ser Empfindungen und Meinungen zum Thema Rechnung tragen zu m\u00fcssen. Stattdessen macht er das Gegenteil und wagt eine weitere Anma\u00dfung.<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/header>\n<p>Was Spahn sagt, ist Self Fulfilling Prophecy at its best:<\/p>\n<blockquote><p>Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der Unionsfraktion im Bundestag einen Anh\u00e4nger von Konversionstherapien gibt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist politische Kunst: Gerade weil Spahn hier wohl nicht die Wahrheit sagt, wird dieser Satz durch sein Ausgesprochensein wohl zur Wahrheit werden.<\/p>\n<p>Dies ist auch deshalb nicht zu untersch\u00e4tzen, weil Spahn mit seiner Volte nicht nur die zahlreichen innerparteilichen klammheimlichen Homohasser ausgebremst. Auch die katholische Kirche, die zwar in Deutschland offiziell nicht f\u00fcr Konversationstherapien eintritt, deren Personal aber selbstverst\u00e4ndlich weiterhin in weiten Teilen suggeriert, dass Homosexualit\u00e4t nur ein \u201eWeg\u201c, ein \u201eLifestyle\u201c ist, und somit auch \u00fcberwunden\/ geheilt werden kann und unter bestimmten Umst\u00e4nden auch sollte, steht nun vor einer Brandmauer. Dieses bisher oft als harmlos betrachtete Geschw\u00e4tz ist nun entlarvt als das, was es ist: Unverantwortlicher, unwissenschaftlicher Angriff auf die W\u00fcrde queerer Menschen. Nimmt man Spahn und seine Begr\u00fcndung des Verbotes der Konversationstherapien als staatlichen Willen ernst, ist in Deutschland nicht weniger als eine neue Norm verankert worden. Der Staat schafft seltene Klarheit, es gilt nun ganz offiziell die Rosa-von-Praunheimische-Formel, und zwar in beiden Teilen: Nicht nur ist der Homosexuelle nicht pervers. Pervers sind all die, die queere Menschen in irgendeine Situation bringen wollen, in dem sie sich f\u00fcr irgendetwas ihrer Queerheit rechtfertigen und erkl\u00e4ren sollen.<\/p>\n<p>Dass ausgerechnet die Union so etwas auf die Reihe bekommt und das noch aus freien St\u00fccken und das noch in einer zelebrierten Selbstverst\u00e4ndlichkeit ohne Streit, zerschneidet einen lange festgezurrten Knoten, l\u00f6st ein bisheriges Dilemma, in dem in den C-Parteien traditionelle \u201eWerte\u201c und individuelle Freiheiten unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcberstanden. Damit wir uns auch hier nicht missverstehen: Nat\u00fcrlich muss sich die Union noch sehr bewegen, nat\u00fcrlich zeigt sich etwa beim Transsexuellengesetz, wie abwertend bevormundend noch gedacht, zeigt der immer noch nicht reformierte Artikel 3 des Grundgesetzes, wie schwer es CDU und CSU f\u00e4llt, Diskriminierung wirklich zu verstehen, wirklichen Schutz zu garantieren.<\/p>\n<p>Doch hat Spahn mit seinen klaren Worten und Taten zur &#8222;Homoheilung&#8220; seine Partei ein gutes St\u00fcck an die gesellschaftlichen Realit\u00e4t herangeschoben. Und das kann der Partei auch in Zukunft dort helfen, wo es nicht um Queeres geht. Spahn hat (und das mit einem explizit schwulen Blick) seiner Partei exemplarisch gezeigt, wie es gelingen kann, Ballast hinter sich zu lassen und somit neue strategische Optionen zu erlangen.<\/p>\n<p>Und damit zu K\u00fchnert. Denn was bisher weitgehend in der Betrachtung des Jahres 2019 vor lauter lauter Merz-AKK-Esken-NoWaBo-Drama untergegangen ist: Nicht nur Spahn, sondern auch K\u00fchnert hat seiner Partei (und dar\u00fcber hinaus dem gesamten linken Lager) einen Weg aufgezeichnet, wie ein solches Dilemma aufgel\u00f6st werden kann.<\/p>\n<p>Doch zun\u00e4chst zur Ausgangssituation: Die bisherige Maxime fast aller f\u00fchrenden Sozialdemokraten der letzten Jahre lautete, dass SPD-Politik vor allem wahlweise dem \u201ekleinen Mann\u201c, dem \u201eIndustriearbeiter\u201c oder der hart arbeitenden Krankenschwester zu dienen habe. Diese Fixierung f\u00fchrte zu einem k\u00fcnstlich konstruierten Gegensatz, der gegen die b\u00f6se \u201eIdentit\u00e4tspolitik\u201c polemisierte und dieser die Schuld daf\u00fcr gab, dass die Sozialdemokraten die soziale Frage aus den Augen verloren h\u00e4tten. Nach dieser Lesart, wurde sich zu viel um Minderheiten-, Umwelt- oder Geschlechterfragen gek\u00fcmmert und zu wenig um Gerechtigkeit. Sigmar Gabriel spitzte diesen vermeintlichen Gegensatz bereits vor zwei Jahren zu, und formulierte, was offensichtlich viele in der Partei dachten, und machte dabei sogar die Zustimmung, bzw. das Verhalten seiner Partei zur Ehe f\u00fcr Alle indirekt mitverantwortlich f\u00fcr den schlechten Zustand der SPD. <em>(Nollendorfblog vom 16. Dezember 2017: <a title=\"Permanentlink zu Sigmar Gabriels Homo-Bashing: Wer gleiche Rechte gegen Gerechtigkeit ausspielt, kann kein Sozialdemokrat sein\" href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=8383\" rel=\"bookmark\">Sigmar Gabriels Homo-Bashing: Wer gleiche Rechte gegen Gerechtigkeit ausspielt, kann kein Sozialdemokrat sein)<\/a><\/em><\/p>\n<p>Und ausgerechnet kurz vor dem diesj\u00e4hrigen Dezember-Parteitag, auf dem die neue F\u00fchrung und Richtung der Partei bestimmt werden sollte, versch\u00e4rfte der Ex-Parteivorsitzende seine Befunde noch weiter zu einer fast schon montr\u00f6sen Warnung.<\/p>\n<p>Queer.de <a href=\"https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=34996\">skizzierte<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Laut &#8222;Hamburger Abendblatt&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article227780211\/Sigmar-Gabriel-Fuer-die-SPD-ist-die-Zukunft-eine-Zumutung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Paywall-Artikel<\/a>) kritisierte Gabriel in seiner Rede, dass \u00f6konomische und soziale Fragen bei den Sozialdemokraten nur noch eine untergeordnete Rolle spielen w\u00fcrden. &#8222;Stattdessen wurde Politik f\u00fcr Minderheiten gemacht. In der Hoffnung, die Summe der Minderheiten ergibt eine Mehrheit.&#8220; Durch das &#8222;\u00dcberhandnehmen von Themen wie Schwulenrechte, Gleichstellungsrechte, Migration&#8220; sei die klassische Bindewirkung von Sozialdemokratie an diesen Teil der Gesellschaft verlorengegangen: &#8222;Die Arbeiterpartei Deutschlands ist derzeit die AfD.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde der Ex-SPD-Chef aus seiner Partei heftig daf\u00fcr kritisiert, der AfD hier nach dem Mund zu reden. Was aber niemand so richtig schaffte: Ihm inhaltlich zu widersprechen, ihm also nicht nur nachzuweisen, dass er hier zu dick auff\u00e4hrt, sondern Gabriels windige Analyse, die immerhin an einer sozialdemokratischen Lebensl\u00fcge r\u00fchrt, vom Grund her systematisch auseinanderzunehmen.<\/p>\n<p>Oder anders: Niemand hatte auf dem Parteitag das intellektuelle Niveau, den intellektuellen Bl\u00f6dsinn des ehemaligen Parteichefs als diesen intellektuellen Bl\u00f6dsinn, der er ist, blo\u00dfzustellen.<\/p>\n<p>Doch dann kam Kevin K\u00fchnert. Seine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=J5_6XjAEKWo\">Rede auf dem Parteitag<\/a>, die seine Bewerbung f\u00fcr das Amt des stellvertretenden Parteivorsitzenden war, ist f\u00fcr mich die politische Rede des Jahres 2019. Sie ist aus so vielen unterschiedlichen Gr\u00fcnden beachtlich, dass sie wohl deshalb in ihrer G\u00e4nze nicht ausreichend beachtet wurde.<\/p>\n<p>Das was K\u00fchnert da in der SPD inhaltlich proklamiert, geht weit \u00fcber das hinaus, was allgemein mit einem Linksruck der Partei beschreiben wird. K\u00fchnerts Erkl\u00e4rung war vor allem ein f\u00fcr sozialdemokratische Verh\u00e4ltnisse geradezu revolution\u00e4r neue Erkl\u00e4rung linker Politik. Eine Erkl\u00e4rung, die an den Kern der gesellschaftlichen Konfliktzonen r\u00fchrt.<\/p>\n<p>Kevin K\u00fchnert:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230; Individualisierung findet in dieser Gesellschaft statt. Und ich bin zutiefst genervt davon, dass es zwei sehr radikale Ansichten von Individualit\u00e4t gibt, die ich nicht teile und die unsere Partei nicht teilen sollte, da ist auf der einen Seite, das hat man im letzten Jahr sehen k\u00f6nnen, als sich die sogenannte Sammlungsbewegung \u201eAufstehen\u201c begr\u00fcndet hat. Es gab Gr\u00fcnde, warum ich und andere damals nicht auf dem Podium gesessen haben: Weil ich nicht davon \u00fcberzeugt bin, sondern im Gegenteil zufiefst ablehne zu sagen: \u201eDie Zeit von Individualisierung und mehr Freiheitsrechten die muss jetzt mal vorbei sein zugunsten von mehr k\u00e4mpfen f\u00fcr das Soziale\u201c, Nein, das ist nicht die richtige Analyse: Keine Ehe f\u00fcr alle, keine Geschlechterquote in DAX-Vorst\u00e4nden oder \u00e4hnlichem sorgt daf\u00fcr, dass wir nicht mehr f\u00fcr soziale Gerechtigkeit k\u00e4mpfen k\u00f6nnen. H\u00f6ren wir auf, die Falschen gegeneinander auszuspielen! Individualisierung ist kein Widerspruch zu sozial gerechter Politik, liebe Genossinnen und Genossen. Und auf der anderen Seite die Sichtweise der absoluten Individualit\u00e4t, die wir dort gut finden, wo sie die freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit betrifft, wo Schwule, Lesben, Intersexuelle und Transgender sie selbst sein k\u00f6nnen in unserer Gesellschaft. Offen \u00fcber die Stra\u00dfe gehen k\u00f6nnen ohne Angst zu haben, angegriffen und angefeindet zu werden, wo tats\u00e4chlich gleiche Lebenschancen f\u00fcr alle bestehen. Aber wir setzen dem eine Grenze, wo es in den Bereich der materialistischen Grundlagen, des \u00d6konomischen geht. Wir glauben n\u00e4mlich nicht, dass ein Individualismus, der bis tief hinein in die Strukturen des Zusammenlebens, in den \u00f6ffentlichen Nahverkehr, in unsere nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen, ins Wohnen und ins Bildungssystem hineinreicht, irgendetwas besser macht. Dieser Markt regelt es nicht, er hat es in der Vergangenheit nicht geregelt und er wird es auch in Zukunft nicht tun und deswegen widersprechen wir mit allem Nachdruck daran, dass wenn nur alle an sich selbst denken, dann ja auch an die ganze Gesellschaft gedacht ist, oder dass, wenn jeder nachhaltig einkauft, auch Klimaschutz und Nachhaltigkeit geschaffen sind. Hier h\u00f6rt unser Verst\u00e4ndnis von Individualit\u00e4t auf.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bang!<\/p>\n<p>K\u00fchnert hat \u00fcbrigens Gabriel gar nicht pers\u00f6nlich kritisiert. Obwohl nat\u00fcrlich dessen Vorw\u00fcrfe im Raum standen, und von K\u00fchnert weggewischt wurden, richtete sich seine Ansage explizit gegen die von Sahra Wagenknecht gegr\u00fcndete Sammlungsbewegung \u201eAufstehen\u201c. Wagenknecht hatte in wesentlichen Punkten wie Gabriel ein linkes Narrativ formuliert, dass individuelle Rechte wie Luxusprobleme aussehen lie\u00dfen. <em>(Nollendorfblog vom 27. Juni 2018:&#8220;<a title=\"Permanentlink zu Wie Sahra Wagenknecht Lesben und Schwule f\u00fcr dumm verkaufen will\" href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=8976\" rel=\"bookmark\">Wie Sahra Wagenknecht Lesben und Schwule f\u00fcr dumm verkaufen will&#8220;)<\/a><\/em><\/p>\n<p>Wie Spahn hilft K\u00fchnert hier seiner Partei aber auch dem gesamten linken Spektrum an entscheidender Stelle aus einer uralt-klebligen Politik-Folklore hinaus. Doch nicht nur die Eindeutigkeiten der politischen Festlegungen sind hier interessant, sondern der eindeutig ge\u00e4u\u00dferte individuelle, und das hei\u00dft hier: der schwule, der homosexuelle, der queere Blick.<\/p>\n<p>Denn: So wichtig Politiker wie Ole van Beust und Guido Westerwelle f\u00fcr die \u201eNormalisierung\u201c der Homosexuellen in der Politik waren, so sehr haben sie sich aber auch ihr Partei- und Wahlvolk mit Homothemen oder gar ihrer eigenen Homosexualit\u00e4t weitgehend in Ruhe gelassen. Auch Barbara Hendricks, in der letzten Legislaturperiode erste offen lesbische Bundesministerin der Republik, nutze ihr Lesbischsein nicht als politisches Argument. Und selbst Wowereit, der wohl erste deutsche Politiker, der nicht nur trotz, sondern auch wegen seiner Homosexualit\u00e4t (bzw. mit seinem selbstbewussten Umgang damit) beliebt und gew\u00e4hlt wurde, hat bei aller Solidarit\u00e4t und unmissverst\u00e4ndlichen Positionierungen zu LGBTI-Themen hier doch inhaltlich nie gro\u00dfe eigene Akzente gesetzt.<\/p>\n<p>Bisher galt in Deutschland die Regel, dass homosexuelle Politiker dann erfolgreich Politik machen k\u00f6nnen, wenn sie betonen, wie wenig ihr Homosexuellsein mit ihrer Politik zu tun hat.<\/p>\n<p>Noch im M\u00e4rz 2018 hat Kevin K\u00fchnert in einer Talkshow behauptet, dass seine Homosexualit\u00e4t f\u00fcr seine politische Arbeit kein entscheidender Faktor sei.<\/p>\n<p>Ich finde es verst\u00e4ndlich, dass homosexuelle Politiker so etwas von sich behaupten. Der Vorwurf der Homo-Lobby, der Klientelpolitik, der Vermischung mit eigenen Interessen ist nah. Ich glaube sogar, dass homosexuelle Politiker von sich selbst glauben, dass ihre Homosexualit\u00e4t f\u00fcr ihre politische Arbeit keine oder eine unwichtige Rolle spielt, ganz einfach, weil sie das glauben wollen. Weil sie glauben, dass es ihre politische Arbeit klein macht.<\/p>\n<p>Dabei ist das Gegenteil der Fall: Es macht sie und seine Arbeit gro\u00df. Genau wie es jede Politikerin, jeden Politiker gro\u00df macht, wenn sie oder er das eigene Leben, gerade auch die Br\u00fcche, die Abweichungen vom Mainstream, die Sicht \u00fcber die \u00fcblichen R\u00e4nder hinaus zum Teil ihrer Politik und deren Erkl\u00e4rung macht.<\/p>\n<p>Bisher ging es in Deutschland darum, dass offen Queeres, offen queer <span class=\"gmail_default\">\u200bB\u200b<\/span>egr\u00fcndetes in der Politik kein Nachteil ist. Jetzt zeigt sich, dass es ein Vorteil sein kann. Nicht weil Queersein oder queere Menschen besser sind, nat\u00fcrlich nicht. Sondern weil<span class=\"gmail_default\">\u200b &#8211; \u200b<\/span>und das gilt nat\u00fcrlich f\u00fcr alle PolitikerInnen<span class=\"gmail_default\">\u200b -\u200b<\/span> \u00fcber Identit\u00e4t zu sprechen der Zugang des Verst\u00e4ndnisses des Politischen ist: Warum mache ich das? Warum ist mir das wichtig? Was will ich und was kann ich mit meinem individuellen Blick auf die Welt und die Gesellschaft dazu beitragen, dass es besser wird mit Welt und Gesellschaft?<\/p>\n<p>Und das hei\u00dft nat\u00fcrlich auch: Wo und wie kann der queere Blick auf Gesellschaft zu einer besseren Betrachtung der Gesamtgesellschaft auf Gesellschaft f\u00fchren? Bisher galt es, sich nicht zu verstecken. Jetzt, so scheint es, kann, soll es darum gehen, sich zu zeigen.<\/p>\n<p>Jens Spahn und Kevin K\u00fchnert haben das in diesem Jahr getan und das war gut so, nicht nur f\u00fcr sie, ihre Parteien. Sondern auch f\u00fcr das Land. Spahn hat ein riskantes und recht aussichtsloses politisches Man\u00f6ver mit &#8222;schon wegen meines eigenen Schwulseins&#8220; begr\u00fcndet. Kevin K\u00fchnert nutzt ausgerechnet seine Bewerbung zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der Partei, die sich immer mehr genervt von Minderheitenthemen zeigt, zur Formulierung, das Credo seiner Partei bez\u00fcglich individueller Freiheiten zeige ausgerechnet dort<\/p>\n<blockquote><p>wo Schwule, Lesben, Intersexuelle und Transgender sie selbst sein k\u00f6nnen in unserer Gesellschaft. Offen \u00fcber die Stra\u00dfe gehen k\u00f6nnen ohne Angst zu haben, angegriffen und angefeindet zu werden, wo tats\u00e4chlich gleiche Lebenschancen f\u00fcr alle bestehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es gibt viele Gr\u00fcnde, warum ein Schwuler so etwas anders sagen kann als ein Hetero. Und deswegen ist es gut, dass es ein Schwuler gesagt hat. Und deswegen ist es gut, dass es genau dieser Schwule gesagt hat.<\/p>\n<p>Es ist eben nicht egal. Auch deswegen war 2019 bei allem Schlimmen auch ein gutes Jahr!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><span class=\"gmail_default\">\u200b<em>Ein pers\u00f6nliches Wort zum Schluss<\/em><\/span><\/strong><em><strong>:<\/strong> <\/em><\/p>\n<p><em>Dies war das zehnte Jahr dieses Blogs und es war ein sehr turbulentes, turbulent auch, weil nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch die <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11215\">Angriffe<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=10358\">Unterstellungen<\/a> und <a href=\"https:\/\/bildblog.de\/115869\/wie-robin-alexander-fakten-verdreht-um-sich-empoeren-zu-koennen\/\">Verdrehungen<\/a> der hier gef\u00fchrten Debatten einen neuen H\u00f6hepunkt erreicht haben. Auch deshalb m\u00f6chte mich ganz herzlich bei allen<\/em><span class=\"gmail_default\"><em>\u200b AbonnentInnen bedanken, die dieses Jahr \u200bmit ihren monatlichen Beitr\u00e4gen dieses Blog in dieser Form mit erm\u00f6glicht und vor allem f\u00fcr alle LeserInnen und Leser frei zug\u00e4nglich und ohne jede Form von Einschr\u00e4nkung und Werbung gehalten haben. Durch diese Unterst\u00fctzung konnte es gelingen, viele Debatten intensiv zu f\u00fchren, nachzuhaken, dranzubleiben. Sich zu wehren. Die AbonnentInnen haben davon keinen pers\u00f6nlichen Vorteil, es gibt hier keinen exklusiven &#8222;Mitgliederbereich&#8220;, sie tun es f\u00fcr die gemeinsame Sache: Sie tun es, ohne Anspr\u00fcche an dieses Blog zu richten und im Wissen, dass hier nicht nur ihre Meinung vertreten wird, sondern wohl sehr oft auch das Gegenteil. Danke daf\u00fcr! <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/de\/nollendorfblog\">Wer die Arbeit unterst\u00fctzen, wer dabei sein m\u00f6chte<\/a>: F\u00fcr alle &#8222;Gold-Abonnenten&#8220;gibt es einmal im Jahr ein gemeinsames Pasta-Essen in Berlin, wo wir nat\u00fcrlich auch \u00fcber die Themen des Blogs debattieren. Ich habe das letzte Mal sehr viel gelernt &#8230; . (Das aktuelle Pasta-Essen ist schon \u00fcberf\u00e4llig und wird im Zeitraum Ende Januar \/ Anfang Februar 2020 stattfinden. Ich freue mich auf Euch.)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span class=\"gmail_default\"><em> Danke an alle AbonnentInnen, aber nat\u00fcrlich danke an alles Leserinnen und Leser f\u00fcr die Treue, Kritik und Anregungen! Auf ein solidarisches, starkes, queeres Jahr 2020!<\/em> <\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Informationen zu den Abo-M\u00f6glichkeiten gibt es hier: <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/de\/nollendorfblog\">Das Nollendorfblog braucht Deine Unterst\u00fctzung &#8230;<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5>Vorschaubild: Foto Kevin K\u00fchnert: \u00a9 Raimond Spekking \/ <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/\">CC BY-SA 4.0<\/a> (via Wikimedia Commons) \/ Foto Jens Spahn: \u00a9 Maximilian K\u00f6nig \/<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Creative Commons-Lizenz<\/a> (via CDU\/CSU-BT-Fraktion)<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Jahresr\u00fcckblick: Wo und wie kann der queere Blick auf Gesellschaft zu einer besseren Betrachtung der Gesamtgesellschaft auf Gesellschaft f\u00fchren? Bisher galt es, sich nicht zu verstecken. 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