{"id":11744,"date":"2020-04-05T18:39:49","date_gmt":"2020-04-05T16:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11744"},"modified":"2020-04-08T20:23:45","modified_gmt":"2020-04-08T18:23:45","slug":"corona-und-die-freiheit-die-wir-jetzt-verteidigen-muessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11744","title":{"rendered":"Corona und die Freiheit, die wir jetzt verteidigen m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<p>Es wird nicht einfach so vorbei sein. So schnell und rigoros der Shutdown war, so langsam und uneindeutig wird die \u00d6ffnung sein. Der Schritt von Freiheit zur Unfreiheit ist ein anderer als der Weg zur\u00fcck. Und wenn wir jetzt nicht aufpassen, werden wir nicht da wieder hinkommen, wo wir einmal waren.<\/p>\n<p>In diesen Tagen gibt es viele, die die Krise als Chance ausrufen. Doch so sehr jede und jeder einzelne dem Ganzen f\u00fcr sich selber positive Seiten abringen kann, so sehr ist es jedoch verwerflich, die Situation als solche zu verkl\u00e4ren. Wir sind massiven Einschr\u00e4nkungen unserer Freiheitsrechte ausgesetzt. So notwendig das auch sein mag: Da ist nichts, aber auch gar nichts Gutes daran, so gut mancher auch da individuell mit klarkommen mag, und so gut auch manche gesellschaftlichen Nebeneffekte nun sein m\u00f6gen. Wir k\u00f6nnen unsere Freiheit nur verteidigen, wenn wir sie als Wert an sich begreifen und nicht als Luxus. Freiheit ist die Basis f\u00fcr alles, auch wenn es keine grenzenlose Freiheit gibt, auch wenn wir unsere Freiheit immer und \u00fcberall mit unterschiedlichen Grundrechten und vor allem der Freiheit der anderen in Einklang bringen m\u00fcssen. Und so wichtig Freiheit f\u00fcr alles ist, so falsch ist Unfreiheit in jeder Sekunde, auch wenn es eine gute Sekunde ist.<\/p>\n<p>Das sollte nicht nur deswegen klar sein, weil in diesen Zeiten deutlich wird, wie unterschiedlich privilegiert wir sind und wie sehr die, die es weniger sind auch gr\u00f6\u00dfere Lasten zu tragen haben. Nat\u00fcrlich kann man Fotos posten, wie prima man es sich auf der eigenen Dachterrasse eingerichtet hat. Aber man darf auch dar\u00fcber nachdenken, wie das auf diejenigen wirkt, die gerade mit mehreren Leuten in balkonlosen Zweizimmerwohnungen die Zeit verbringen m\u00fcssen. Und ja es stimmt: Systemimmanent ist nicht nur das, was uns \u00fcberleben l\u00e4sst. Auch die Kultur geh\u00f6rt dazu und deswegen ist es wichtig, dass wir sie gerade \u00fcber die Corona-Zeit retten, dass K\u00fcnstler*innen und K\u00fcnstler wie auch die Spielorte gerettet werden.<\/p>\n<p>Andererseits m\u00fcssen wir aufpassen, dass wir hier nicht nur unsere eigenen Anspr\u00fcche verteidigen. So wichtig, ja fast im w\u00f6rtlichen Sinne &#8222;\u00fcberlebenswichtig&#8220; es mir und vielen anderen ist, an Kultur teilnehmen zu k\u00f6nnen, so sehr m\u00fcssen wir es auch akzeptieren, dass es f\u00fcr andere eben sehr viel weniger wichtig ist. Und dass auch die Anspr\u00fcche, die nicht unseren eigenen sind, Anspruch haben, verteidigt zu werden. Von allen.<\/p>\n<p>Ich zum Beispiel bin nicht religi\u00f6s und hochgradig religionskritisch. Trotzdem ist jetzt auch meine Empathie f\u00fcr diejenigen gefordert, zu deren Leben die religi\u00f6se Gemeinschaft geh\u00f6rt, und die deshalb stark unter den Kontaktverboten leiden. Gleiches gilt\u00a0 f\u00fcr Sex. F\u00fcr manche ist das Eingeschlossensein in sexueller Hinsicht aus den unterschiedlichsten Gr\u00fcnden kein gro\u00dfes Problem. Andere leiden, aber k\u00f6nnen es ganz gut aushalten. F\u00fcr wieder andere ist nicht nur der Verzicht auf den r\u00e4umlich nicht anwesenden (Sexual-)Partner kaum auszuhalten, sondern auch der Verzicht auf polyamore Beziehungsmenschen,\u00a0 anonyme oder &#8222;fl\u00fcchtige&#8220; Sexpartner oder etwa Gruppensexpartys. Jede und jeder von uns hat eigene, unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse, wir haben lange daf\u00fcr gek\u00e4mpft, dass diese alle gleichwertig zu betrachten sind und m\u00fcssen uns in dieser Situation gegenseitig vergewissern, dass wir das auch wirklich ernst meinen. Dies bedeutet nicht, dass wir die Regeln zur Abwehr des drohenden Kollapses des Gesundheitssystems schleifen lassen sollen. Aber wir sollten auch nicht selbstgerecht sein gegen\u00fcber dem, was uns selber leicht, anderen aber bedeutend schwerer f\u00e4llt. Dass Freiheit die Freiheit der anderen ist, zeigt sich in dieser Ausnahmesituation so deutlich wie selten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11728\">In meinem letzten Blogbeitrag<\/a> habe ich daf\u00fcr pl\u00e4diert, w\u00e4hrend dieser Krise die jetzt gerade unter Beschuss stehenden Strukturen unserer Community zu st\u00e4rken. Wir sollten Hilfsangebote, Gruppen, Bars, Clubs, Veranstaltungen, Theater, kleine Ensembles und B\u00fchnen etc. auf verschiedene Art und Weise unterst\u00fctzen, weil sie uns mehr R\u00fcckhalt und Entfaltungsm\u00f6glichkeiten bieten, als wir uns das oft bewusst machen. Mittlerweile gibt es sehr viele Initiativen, die genau dies tun, teilweise mit beachtlichem Erfolg. Und doch ist auch dies nur ein m\u00f6glicher Blick auf die Wirklichkeit. Nach meinem Blogbeitrag hat mir ein Leser geschrieben, er k\u00f6nne meinem Aufruf leider nicht folgen: &#8222;Ich gehe sowieso nie hin, auch weil man dort im Alter noch einsamer f\u00fchlt, als zuhause.&#8220; Ich wei\u00df nicht, wer nach ihm schaut, wenn es ihm nicht gut geht. Wie in dieser Krise deutlich wird, wie wenig wir \u00fcber die tats\u00e4chlichen Lebensumst\u00e4nde von LGBTI in unserer Gesellschaft wissen. Ich stelle mir vor, jetzt als ungeouteter Jugendlicher in einer homophoben Familie eingeschlossen zu sein, vielleicht sogar auf engem Raum. Oft ist in den letzten beiden Wochen auch \u00fcber das erh\u00f6hte Risiko zur h\u00e4uslichen und\/oder sexuellen Gewalt gesprochen worden. Wir m\u00fcssen uns bewusst machen, dass viele queere Menschen Opfer solcher Gewalt sind, auch wenn diese gar nicht unmittelbar homophob motiviert ist, auch wenn den Aggressoren gar nicht bewusst ist, dass sie da einen queeren Menschen vor sich haben. Sich schwach f\u00fchlen, voller Scham sein, das Gef\u00fchl, sich nicht wehren zu k\u00f6nnen, beg\u00fcnstigt es, zum Ziel von Gewalt und Aggression zu werden.<\/p>\n<p>Wir bekommen die Angst, die Bedrohung und das Alleinsein der anderen nicht nur \u00fcber das St\u00e4rken von Strukturen hin. Hier sind wir als einzelne Menschen gefragt, als Freunde und Bekannte. Aber eben auch als Teile unserer Gesellschaft und als Vertreter*innen unserer Community. \u00d6ffnen wir uns auch vermehrt Menschen, die nicht zu unserem inneren Zirkel geh\u00f6ren. Und vielleicht auch zus\u00e4tzlich zum obligatorischen &#8222;Bist du gesund?&#8220; dieser Tage \u00f6fter auch zu einem ehrlich gemeinten: &#8222;Wie geht es dir?&#8220; Wir sollten uns jeden Tag bewusst machen, dass das, was f\u00fcr uns in der Krise auch Mu\u00dfe und Entschleunigung bedeuten mag, f\u00fcr andere der blanke Horror kann.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass in der Krise in der Gesellschaft autorit\u00e4re Sehns\u00fcchte wachsen. Zwar sind, anders als in bei HIV und AIDS, die jetzigen Ma\u00dfnahmen bisher nicht moralisch unterf\u00fcttert, zwar trifft Gefahr und Verantwortung potenziell jeden und nicht nur eine verachtete Minderheit. Und doch ist der Hang zum Autorit\u00e4ren eng verbunden mit dem Treten auf Minderheiten. Ein starkes &#8222;Wir&#8220;, erst recht unter &#8222;starker&#8220; F\u00fchrung, f\u00fchrt leicht zum Bed\u00fcrfnis nach Abgrenzung. Auch wenn beides nichts direkt miteinander zu tun hat: Wie aus dem Lehrbuch f\u00fcgt sich so der Rausschmiss von Transsexuellen aus dem Milit\u00e4r durch den damals neugew\u00e4hlten US-Pr\u00e4sidenten Trump zum Gesetzespaket der ungarischen Regierung, die es auf die Menschenrechte von <a href=\"https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=35825\">trans* Menschen abgesehen hat<\/a>, unmittelbar, nachdem sich diese wegen Corona der demokratischen Kontrolle durch das Parlament entzogen hat. In Uganda wurden<a href=\"https:\/\/www.maenner.media\/gesellschaft\/ausland\/homophobe-corona-aktion-gegen-schwule-in-uganda\/\"> \u00fcber 20 Ugander<\/a> unter dem Vorwand, durch das Zusammenleben in einer queeren Ugander unter dem Vorwand verhaftet, durch das Zusammenleben in einer queeren Notunterkunft die Verbreitung des Virus bef\u00f6rdert zu haben.<\/p>\n<p>Auch wenn wir das gerade nicht so realisieren, weil uns das Virus fest in seinem Bann hat: Das gesellschaftliche Fundament, auf dem wir als LGBTI in unserer Gesellschaft stehen, kann auch bei uns sehr leicht br\u00fcchig werden. Diese Br\u00fcchigkeit sollten wir uns bewusst machen, wenn wir uns fragen, wie wichtig es denn noch ist, f\u00fcr unsere Interessen zu k\u00e4mpfen. Und das hei\u00dft auch, zum Beispiel daran zu erinnern, dass wir die Ehe f\u00fcr alle immer noch nicht h\u00e4tten, w\u00e4re diese in der letzten Sitzung der letzten Legislaturperiode des Bundestages nicht durchgesetzt worden. Denken wir kurz dar\u00fcber nach: Wo st\u00fcnden wir heute? Nicht nur wegen des juristischen Schutzes, die die Ehe verheirateten Lesben und Schwulen in schwierigen Situationen nun bietet. Sondern auch, weil es fatal w\u00e4re, in diesen Zeiten noch die Diskussionen \u00fcber unsere angeblich &#8222;defizit\u00e4ren&#8220; Beziehungen f\u00fchren zu m\u00fcssen, die uns immer in einer schwachen, weil rechtfertigenden Position gezwungen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Dass Aktivismus, dass K\u00e4mpfen sich lohnt, zeigt sich in solchen Krisen, auch wenn wir es nur schwer sp\u00fcren k\u00f6nnen. Um so mehr gilt es nun, unsere b\u00fcrgerlichen Freiheiten zu verteidigen und diese heil durch die Krise zu bringen. Zwar verliert die AfD gerade deutlich an Zustimmung. Das bedeutet aber nicht, dass die von ihr offen ausgesprochenen Ressentiments nicht f\u00fcr breite Bev\u00f6lkerungsschichten angesichts der angespannten Situation besonders attraktiv erscheinen:<\/p>\n<div class=\"css-1dbjc4n\">\n<blockquote>\n<div id=\"tweet-text\" class=\"css-901oao r-hkyrab r-1qd0xha r-a023e6 r-16dba41 r-ad9z0x r-bcqeeo r-bnwqim r-qvutc0\" dir=\"auto\" lang=\"de\">\n<p><span class=\"css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\">&#8222;Gro\u00dfe Krisen schaffen auch Klarheit: wir brauchen Krankenschwestern und keine Diversity-Berater, Naturwissenschaftler und keine Gendergaga-Experten, <\/span><span class=\"r-18u37iz\"><a class=\"css-4rbku5 css-18t94o4 css-901oao css-16my406 r-1n1174f r-1loqt21 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\" dir=\"ltr\" role=\"link\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Soforthilfe?src=hashtag_click\" data-focusable=\"true\">#Soforthilfe<\/a><\/span><span class=\"css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\"> und kein <\/span><\/p>\n<div class=\"css-1dbjc4n r-xoduu5\"><span class=\"r-18u37iz\"><a class=\"css-4rbku5 css-18t94o4 css-901oao css-16my406 r-1n1174f r-1loqt21 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\" dir=\"ltr\" role=\"link\" href=\"https:\/\/twitter.com\/FridayForFuture\" data-focusable=\"true\">@FridayForFuture<\/a><\/span><\/div>\n<p><span class=\"r-18u37iz\"><a class=\"css-4rbku5 css-18t94o4 css-901oao css-16my406 r-1n1174f r-1loqt21 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\" dir=\"ltr\" role=\"link\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Coronakrise?src=hashtag_click\" data-focusable=\"true\">#Coronakrise<\/a><\/span> <span class=\"r-18u37iz\"><a class=\"css-4rbku5 css-18t94o4 css-901oao css-16my406 r-1n1174f r-1loqt21 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\" dir=\"ltr\" role=\"link\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/COVID19?src=hashtag_click\" data-focusable=\"true\">#COVID19&#8243;<\/a><\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<div dir=\"auto\" lang=\"de\">twitterte etwa die stellvertretende AfD-Bundessprecherin Beatrix von Storch. (Mehr <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/03\/31\/corona-so-nutzen-rechte-die-krise-fuer-hetze-gegen-lgbtiq\/\">hier<\/a> im Mannschaft-Magazin.) Doch der Wind des Faschismus weht auch vom offiziellen Twitter-Account der Werteunion:<\/div>\n<blockquote>\n<div dir=\"auto\" lang=\"de\">&#8222;Diese schlimme Zeit macht jetzt hoffentlich auch dem Letzten klar, dass Professoren f\u00fcr Medizin, Chemie und Biologie unendlich viel wichtiger sind als solche f\u00fcr &#8222;Gender Studies&#8220; <a class=\"PrettyLink hashtag customisable\" dir=\"ltr\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/WerteUnion?src=hash\" rel=\"tag\" data-query-source=\"hashtag_click\" data-scribe=\"element:hashtag\"><span class=\"PrettyLink-prefix\">#<\/span><span class=\"PrettyLink-value\">WerteUnion&#8220;<\/span><\/a><\/div>\n<\/blockquote>\n<p>Faschismusaffin ist das nicht nur, weil in einer t\u00f6dlichen Krise das Besch\u00e4ftigen mit\u00a0 Gerechtigkeits- und\u00a0 Minderheitenfragen auch in &#8222;normalen Zeiten&#8220; als etwas angez\u00e4hlt wird, das diese Krise verschlimmert. Die Logik &#8222;Medizin statt Gender&#8220; ist nicht nur entsetzlich dumm. Hinter diesen Tweets verbirgt sich auch ein grunds\u00e4tzlich problematisches Freiheitsverst\u00e4ndnis. Nat\u00fcrlich kann und muss immer \u00fcber die Priorisierung verschiedener Wissenschaften und somit auch gesellschaftlichen Themen gestritten werden. Aber wer die &#8222;Wichtigkeit&#8220; gesellschaftlicher Anliegen nur \u00fcber deren vermeintlicher Relevanz in Krisenzeiten definiert, greift unsere pluralistische Gesellschaft im Kern an.<\/p>\n<p>Und ganz abgesehen davon: Homo, Transphobie und Misogynie t\u00f6tet. Gerade in dieser Krisensituation muss darauf hingewiesen werden, dass die Besch\u00e4ftigung mit &#8222;Gender&#8220; und die dadurch abgeleiteten Emanzipationsschritte nicht nur keine Menschenleben gef\u00e4hrden, sondern auch unz\u00e4hlige rettet. Eine zivile Gesellschaft versucht, m\u00f6glichst alle Menschen sch\u00fctzen und nicht nur die, die nach Ansicht von AfD und Werteunion &#8222;wichtig&#8220; sind.<\/p>\n<p>Ja, vielleicht \u00fcbertreibe ich mit meiner Warnung.<\/p>\n<p>Aber die Lockerungen der Ma\u00dfnahmen werden nicht gleichm\u00e4\u00dfig und gerecht sein. Es ist davon auszugehen, dass es f\u00fcr unterschiedliche Regionen und unterschiedliche Anl\u00e4sse zeitversetzt unterschiedliche Regelungen geben wird.<\/p>\n<p>Die aktuelle gesellschaftliche Stimmung ist gepr\u00e4gt vom Ruf nach drastischen Ma\u00dfnahmen und dem Verlangen, dass diese auch effektiv zu \u00fcberwachen. Was bedeutet das etwa f\u00fcr die CSDs dieses Sommers? Viele, wenn nicht die meisten werden sowieso, und\u00a0 nicht erst durch die Beh\u00f6rden, sondern schon von den Organisator*innen selbst abgesagt werden. Doch es mag Situationen geben, in denen im sp\u00e4teren Jahresverlauf \u00f6ffentliche Community-Veranstaltungen aus epidemiologischer Sicht kein Problem darstellen. Wird die Bev\u00f6lkerung dann daf\u00fcr Verst\u00e4ndnis haben? Laufen wir nicht auch da automatisch wieder in eine Debatte hinein, was \u201ewichtiger\u201c ist? Wie systemrelevant ist queeres Leben? Wie gro\u00df das gesellschaftliche Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, was es uns bedeutet? Sind CSDs wichtiger als die Fu\u00dfball-Bundesliga? Schwule Saunen wichtger als Eisdielen? Sind wir dieser Debatte gewachsen? Werden wir dagegen halten k\u00f6nnen, wenn wir unsere Errungenschaften verteidigen m\u00fcssen? Am Anfang der Corona-Krise trauten sich die Politiker nicht, gro\u00dfe Karnevalsveranstaltungen abzusagen. Ich bin mir sicher, die Situation w\u00e4re eine andere gewesen, wenn es sich um CSDs gehandelt h\u00e4tte. Um mich nicht falsch zu verstehen: Es w\u00e4re wohl richtig gewesen, beides zu stoppen. Worum es mir geht:<\/p>\n<p>Ist uns \u00fcberhaupt selber klar, wie wichtig unser Zusammenkommen, unser gemeinsamer Kampf f\u00fcr Emanzipation ist, der nicht nur digital wird funktionieren k\u00f6nnen? Wir sind eine der gesellschaftlichen Gruppen, denen der Druck der Unfreiheit noch in den Gliedern steckt. Scheuen wir uns nicht, uns an diesen Druck in den Gliedern zu erinnern, um ihn nie wieder sp\u00fcren zu m\u00fcssen. F\u00fcr uns, aber auch um der gesamten freiheitlichen Gesellschaft willen. In der Krise zeigt sich, was uns unsere Freiheit wert ist. \u2666<\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p><em>Hast du schon mitbekommen, dass ich zusammen mit queer.de ein neues Podcast betreibe? &#8222;QUEERKRAM&#8220; hat aktuell zwei Folgen. H\u00f6r mal rein und ja, bitte abonnieren. 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