{"id":11953,"date":"2020-07-18T14:58:16","date_gmt":"2020-07-18T12:58:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11953"},"modified":"2020-07-20T09:02:21","modified_gmt":"2020-07-20T07:02:21","slug":"black-lives-matter-csd-berlin-moechte-rassistischer-und-sexistischer-provokateurin-plattform-bieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11953","title":{"rendered":"&#8222;Black Lives Matter&#8220;: CSD Berlin m\u00f6chte rassistischer und sexistischer Provokateurin Plattform bieten"},"content":{"rendered":"<p>Der diesj\u00e4hrige Berliner CSD wird <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11838\">immer mehr zur Farce<\/a>, nur konnte man bisher hoffen, dass es eine Farce wird, die m\u00f6glichst wenig Schaden f\u00fcr die Anliegen der Community anrichten wird. Doch vieles spricht daf\u00fcr, dass sich auch diese Hoffnung erledigt hat. Denn um ein m\u00f6glichst gro\u00dfes Publikum f\u00fcr den mit der Community bisher <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11814\">miserabel kommunizierten<\/a> &#8222;digitalen CSD&#8220; zu erreichen, hat sich der CSD-Vorstand f\u00fcr eine besonders infame Strategie entschieden: Einerseits gibt er vor, sich f\u00fcr die Ziele von &#8222;Black Lives Matter&#8220; und der Community engagieren zu wollen, andererseits plant er laut (offiziell unbest\u00e4tigten) internen Informationen (zumindest bis vor wenigen Tagen) ausgerechnet der Szene-Figur eine Plattform zu bieten, deren Markenkern daraus besteht, sich mit rassistischen und sexistischen Provokationen in Szene zu setzen.<\/p>\n<p>Eigentlich ist es nicht mehr n\u00f6tig, \u00fcber die Dragqueen Nina Queer zu schreiben, da fast alle queeren Medien ihr sexistisches und rassistisches Aufmerksamkeitsgewusel ignorieren, um diesem nicht noch mehr Nahrung zu geben. Doch\u00a0 die offensichtliche Rassismus-Egalheit des Berliner CSD macht es leider nun notwendig, doch noch einmal zu widersprechen und damit das Dilemma in Kauf zu nehmen, der Dragqueen ungewollt bei ihren durchschaubaren Selbstinszenierungen zu helfen.<\/p>\n<p>Und die gehen so: Einerseits l\u00e4sst sie sich f\u00fcr ihre rassistischen und sexistischen Aussagen beklatschen, behauptet aber gleichzeitig, diese seien ja gar nicht so gemeint, die Kritik sei also dumm, ungerecht und falsch. Sie erkl\u00e4rt sich also nach g\u00e4ngiger Populist*innen-Kunst vom T\u00e4ter zum Opfer und vertauscht dabei immer wieder die Ebenen, sodass sie immer wieder alles behaupten kann, ohne daf\u00fcr je die Verantwortung \u00fcbernehmen zu m\u00fcssen: Es sei ja nur Satire. Sie sei ja nur eine Kunstfigur, von der man ja wisse, dass alles, was sie sage, nicht ernstzunehmen sei. Was nat\u00fcrlich Bl\u00f6dsinn ist, weil sie in genau dieser Kunstfigur politische Aussagen t\u00e4tigt, mit denen sie sich als Streiterin gegen Homophobie verstanden werden m\u00f6chte. Was nat\u00fcrlich auch deswegen Bl\u00f6dsinn ist, weil sie denjenigen, die sie f\u00fcr ihren &#8222;Mut&#8220; loben, sich rassistisch und sexistisch zu \u00e4u\u00dfern und hierbei kein Blatt vor den Mund zu nehmen, eben nicht widerspricht, sondern sich selbst dann auch noch f\u00fcr diesen Mut r\u00fchmt.<\/p>\n<p>Rassismus geht durch als &#8222;Mut&#8220;, als &#8222;unbequem sein&#8220;, als etwas, das man irgendwie aushalten muss. Soweit ist es jetzt offensichtlich auch beim Berliner CSD schon gekommen, das legen zumindest die Planungen dort nahe.<\/p>\n<p>Wie gesagt, <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=6993\">all das ist nicht neu<\/a>. Hier nur ein paar Tiefpunkte zur Erinnerung:<\/p>\n<p>Erst 2017 hatte sich die Berliner SPD nach einer <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=7778\">Anfrage des Nollendorfblogs<\/a> von ihrer damaligen &#8222;Toleranzbotschafterin&#8220; getrennt, nachdem diese nach einer homophoben Attacke mit leichten Verletzungen <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=7789\">(hier die Hintergr\u00fcnde)<\/a> gefordert hatte, einen in Deutschland geborenen jugendlichen T\u00e4ter in ein Kriegsgebiet abzuschieben (&#8222;Es ist doch zum Kotzen! SOFORT ABSCHIEBEN! Ob in Deutschland geboren oder nicht. Wer Stress haben will, f\u00fcr den l\u00e4sst sich doch bestimmt ein tolles Kriegsgebiet finden\u2026..&#8220;)<\/p>\n<p>Die SPD schrieb damals:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u00c4u\u00dferungen wie diese sind v\u00f6llig inakzeptabel. Wir distanzieren uns nachdr\u00fccklich von diesen menschenverachtenden Kommentaren.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Nina Queer mochte sich damals von ihrer Aussage auch nach heftiger Kritik nicht eindeutig distanzieren. Sie sei \u201em\u00f6glicherweise\u201c \u00fcber das \u201eZiel hinausgeschossen\u201c, und &#8211; nat\u00fcrlich! &#8211; missverstanden worden. Was es an einer solchen Aussage misszuverstehen gibt? Egal!<\/p>\n<p>Dass sie in ihrer BILD-Kolumne <a href=\"https:\/\/bildblog.de\/96733\/bild-feiert-den-schwulen-selbsthass\/\">sexistische Klischees und schwulen Selbsthass<\/a> sch\u00fcrte, ist nat\u00fcrlich von der Meinungsfreiheit gedeckt. Aber auch hier trieb sie es auf die Spitze, als sie so viele (bis heute nicht korrigierte) gef\u00e4hrliche Falschbehauptungen \u00fcber die<a href=\"https:\/\/www.aidshilfe.de\/hiv-prep\"> PrEP<\/a> verbreitete, dass sp\u00e4testens nun allen klar sein musste, dass sie f\u00fcr etwas Aufregung sogar die Gesundheit der Community aufs Spiel zu setzen bereit ist. Enough is Enough <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/notes\/enough-is-enough-open-your-mouth\/statement-zum-beitrag-nina-queers-meinung-zur-prep\/1442714522558170\/\">entschuldigte sich damals<\/a> f\u00fcr das Weiterverbreiten des Textes und k\u00fcndigte an, k\u00fcnftig keine Kolumnen der Dragqueen zu posten. Die Kolumne sei<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;<span class=\"_4yxo\"> inhaltlich und sprachlich indiskutabel und aus Sicht einer guten gesundheitlichen Aufkl\u00e4rung sch\u00e4dlich und gef\u00e4hrlich&#8220;<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>und<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Eine solche Kolumne, die so voller Falschinformationen, Klisch\u00e9ebehauptungen und Beleidigungen steckt, <span class=\"_4yxo\">KANN keine Grundlage f\u00fcr eine angemessene Diskussion sein.&#8220; <\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Dass der CSD Berlin vor einem Engagement der Dragqueen nicht wenigstens in diesem Punkt auf eine \u00f6ffentliche Klarstellung verlangt hat, darf von dieser als Ermutigung verstanden werden, auch weiterhin die Fakten zur HIV-Pr\u00e4vention \u00f6ffentlich in die Tonne zu treten.<\/p>\n<p>Aber was will man von einem CSD-Vorstand erwarten, der sich angeblich f\u00fcr Black Lives Matter starkmacht, aber es nicht dann als ein Ausschlusskriterium betrachtet, wenn eine ihrer Moderatorinnen das N-Wort postet.*<\/p>\n<p>Und dann auch noch so:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;In meiner Frauengruppe muss mindestens einmal mit einem N. <em>(Unkenntlichmachung des im Post ausgeschrieben<\/em><em>en N-Worts von mir)<\/em> geschlafen zu haben, um den Vorwurf des Rassismus wirkungsvoll entgegen zu treten&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-11958\" src=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Dragqueen1-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"655\" srcset=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Dragqueen1-205x300.jpg 205w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Dragqueen1-701x1024.jpg 701w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Dragqueen1-768x1122.jpg 768w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Dragqueen1-1051x1536.jpg 1051w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Dragqueen1-1402x2048.jpg 1402w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Dragqueen1-scaled.jpg 1752w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/p>\n<p>Auch dieser Facebook-Post wurde erst nach \u00fcber einem Tag erst gel\u00f6scht, als sich die wom\u00f6glich zuk\u00fcnftige Star des Berliner CSD-Programms ausgiebig in Kommentaren und Likes f\u00fcr diesen &#8222;Spa\u00df&#8220; feiern lie\u00df.<\/p>\n<p>Ob man wirklich gegen Rassismus und Sexismus ist, zeigt sich weniger daran, ob man dies von sich behauptet, sondern daran, was man tut. Auf Anfrage wollte der Berliner CSD mir gestern nicht mitteilen, ob Nina Queer (noch) Teil des Programmablaufes ist. Sollte der CSD-Vorstand an seinen Planungen mit Nina Queer festhalten, sollten sich dort keine K\u00fcnstler*innen blicken lassen, denen die \u00c4chtung von Rassismus und Sexismus wirklich am Herzen liegt.<\/p>\n<p>Denn sonst m\u00fcsste es hei\u00dfen: Lieber keinen CSD als diesen!<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>* Korrektur, 19. Juli 20120: Urspr\u00fcnglich hatte hier f\u00e4lschlicherweise gestanden, dass das Posting von 2020 sei. Es ist zwar <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/NinaQueer\/photos\/a.188580267348\/10151456582372349\/?type=3\">heute noch als FB-Foto online<\/a> aber stammt urspr\u00fcnglich von 2013.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=11980\">UPDATE: Nina Queer will Nollendorfblog verklagen und bel\u00fcgt ihre Fans<\/a><\/h3>\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p><em><strong>Mehr zum Thema in diesem Blog:<br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=6993\">Rassismus: Warum Nina Queer nicht Borat ist<\/a><\/em><\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p><em><strong>Vielen Dank an alle, die dieses Blog mit ihren Beitr\u00e4gen gerade in diesen schweren Zeiten erm\u00f6glichen! <\/strong>Als unabh\u00e4ngiges und werbefreies Blog brauchen wir Deine Hilfe. 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