{"id":12561,"date":"2021-02-22T23:30:19","date_gmt":"2021-02-22T21:30:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12561"},"modified":"2021-07-11T21:36:48","modified_gmt":"2021-07-11T19:36:48","slug":"verlogene-entschuldigung-der-spd-fuer-queerfeindlichen-kulturtalk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12561","title":{"rendered":"Die verlogene Entschuldigung der SPD f\u00fcr den queerfeindlichen Kulturtalk"},"content":{"rendered":"<div dir=\"auto\">\n<p>Ausgerechnet zum Auftakt des Superwahljahres hat die SPD mit einem Superspreader-Event queerfeindlicher Botschaften gezeigt, wie schwierig es f\u00fcr die Partei werden wird, sich glaubw\u00fcrdig als Vertreterin von LGBTIQ-Interessen darzustellen. Am Donnerstagabend veranstaltete das SPD-Kulturforum zusammen mit der Grundwertekommission der Partei einen sogenannten gemeinsamen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WobScSUC7bs&amp;t=4697s\">Jour fixe zum Thema &#8222;Kultur schafft Demokratie&#8220;,<\/a> den man aus queerer Sicht als Totalschaden bezeichnen muss. Gast war die FAZ-Feuilleton-Chefin Sandra Kegel, die anl\u00e4sslich von Act Out, der Coming-out-Initiative von 185 Schauspieler*innen, einen durch und durch homophoben und queerfeindlichen <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12535\">Kommentar<\/a> verfasst hatte, der in der Community f\u00fcr gro\u00dfe Aufregung sorgte. Zus\u00e4tzlich zum urspr\u00fcnglichen Thema wurden dann aus aktuellem Anlass auf Dr\u00e4ngen von SPDqueer drei queere Vertreter*innen (die Schauspieler*innen Bettina Hoppe, Heinrich Horwitz und ich) eingeladen, um mit Sandra Kegel \u00fcber Act Out zu diskutieren. Doch daraus wurde nichts. Es wurde ein Unfall mit Ansage.<\/p>\n<p>Rainer H\u00f6rmann schrieb in seinem <a href=\"https:\/\/samstagisteingutertag.wordpress.com\/2021\/02\/20\/so-geht-das-nicht-gesine-schwan-stellt-lgbt-aktivistinnen-in-die-ecke-der-virtuellen-spd-kneipe\/\">&#8222;Samstag ist ein guter Tag&#8220;<\/a>-Blog:<\/p>\n<blockquote><p>Erkl\u00e4ren sollte sich die SPD \u2013 und zwar ganz grundlegend, ob sie \u00fcberhaupt noch in der Lage oder willens ist, Anliegen von queeren Menschen aufzugreifen und sich f\u00fcr die Rechte von Minderheiten stark zu machen. Gesine Schwan hat sich an die Seite von Sandra Kegel und einiger anderer wenig r\u00fchmlichen Pers\u00f6nlichkeiten gestellt, die allesamt nichts gegen Homosexuelle haben, aber LGBT mit dem Argument zurechtweisen, sie sollten sich nicht so anstellen, schlie\u00dflich w\u00fcrden sie hierzulande nicht ermordet. Das ist das sich ungebrochen haltende Denken der \u201eBild\u201c-Zeitung bzw. ihres Kolumnisten Franz-Josef Wagner, der 2012 schon in der Debatte um die gleichgeschlechtliche Ehe Homosexuellen ihren Platz zuwies: \u201eWas f\u00fcr eine glorreiche Zeit f\u00fcr Euch. Niemand steckt Euch ins Gef\u00e4ngnis.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und:<\/p>\n<blockquote><p>Gesine Schwan versuchte mit ihren salbungsvollen Worten dar\u00fcber hinwegzut\u00e4uschen, dass an diesem Abend die Fronten von vornherein feststanden. H\u00e4tte der Jour Fixe in einer realen SPD-Kneipe stattgefunden, die n\u00f6rgelnden Queer-Aktivist*innen w\u00e4ren vermutlich hinausgeschmissen worden. Derweil h\u00e4tte die Person des Podiums, die queere Menschen attackiert hatte, sich im Applaus der die Dinge zurechtr\u00fcckenden Sozis gesonnt und \u201eGro\u00dfmutter\u201c Schwan h\u00e4tte die n\u00e4chste Runde Korn organisiert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und auch f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/derzaunfink.wordpress.com\/2021\/02\/21\/mit-sozialdemokratinnen-reden\/\">Zaunfink-Blog<\/a> war das nicht nur irgendein misslungenes Event:<\/p>\n<blockquote><p>Sp\u00e4testens seit heute frage ich mich: Mit Sozialdemokrat:innen reden? Geht das? Wem nutzt das? Kann man sich das nicht besser sparen?<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<\/div>\n<div dir=\"auto\">\n<blockquote><p>Wor\u00fcber also sollen wir da bitte \u201eunbedingt weiterdiskutieren\u201c? Dar\u00fcber, dass sich queere Menschen immer nur wichtig machen und die Opferkarte spielen, um Privilegien zu erhalten? \u00dcber die unangemessene Aggression von Diskriminierten? Vielleicht dar\u00fcber, dass es gar nicht schlimm ist, die Identit\u00e4t geladener G\u00e4ste erst zur Kenntnis zu nehmen, nachdem man sie falsch vorgestellt hat, aber total gemein, wenn die einen korrigieren? Dass man sich, wie Gesine Schwan allen Ernstes erkl\u00e4rte, vielleicht bald daf\u00fcr rechtfertigen muss, wenn man nicht lesbisch ist? Dar\u00fcber, dass es anderswo viel schlimmer ist und man sich deshalb nicht so haben soll? Oder ganz allgemein \u00fcber die erschreckende \u00dcberempfindlichkeit von Minderheiten, die in Wirklichkeit gar keine richtigen Diskriminierungen erleben, weil Diskriminierungen erst schlimm sind, wenn sie Menschenleben kosten? Das tut anti-queere Diskriminierung \u00fcbrigens auch in Deutschland, aber vermutlich ist es irgendwie stalinistisch, wenn ich das anspreche.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der LSVD-Bundesverband gab unter der \u00dcberschrift &#8222;SPD versagt bei Parteinahme f\u00fcr queere Menschen&#8220; sogar eine <a href=\"https:\/\/www.lsvd.de\/de\/ct\/4534-SPD-versagt-bei-Parteinahme-fuer-queere-Menschen\">eigene Pressemitteilung<\/a> heraus:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Was dann geschah war so unverst\u00e4ndlich wie schwer auszuhalten.<\/p>\n<p>So wollte Kegel ihren Artikel zu #actout unter anderem als \u201eIdeologiekritik\u201c verstanden wissen. Zu der Verun glimpfung und dem Betrugsvorwurf gesellte sich nun also noch die Diffamierung der Bem\u00fchungen um Gleichstellung als \u201eIdeologie\u201c. Damit bedient sich Kegel nun tats\u00e4chlich auch rechtspopulistischen bis rechten Kampfbegriffen, die regelm\u00e4\u00dfig in AfD-Reden oder den Auseinandersetzungen in Polen verwendet werden, wenn dort vor vermeintlicher \u201eGender-Ideologie\u201c oder \u201eLGBT-Ideologien\u201c gewarnt wird<\/p>\n<p>(&#8230;) Im Endeffekt wiederholten die SPD-Verantwortlichen genau die perfide Argumentation von Sandra Kegel: Queere Menschen sollen sich mal nicht so haben. Der Angriff von Sandra Kegel war zwar in einem der wichtigsten und gr\u00f6\u00dften Tageszeitungen Deutschlands. Aber war ja nicht lebensgef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Als LSVD fordern wir ein glaubw\u00fcrdiges Aufarbeiten innerhalb der Partei. Wie konnte dieser Talk so stattfinden? Die SPD-Verantwortlichen sollten bei den Redner*innen, bei #actout und der queeren Community, um Entschuldigung bitten, die durch diesen Auftritt entstandenen Wunden anerkennen und sich mit lsbti-feindlicher Diskriminierung ernsthaft auseinandersetzen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nat\u00fcrlich repr\u00e4sentiert die Veranstaltung nicht die gesamte SPD, die ja auch aus vielen Genossinnen und Genossen besteht, die sich glaubw\u00fcrdig und mit gro\u00dfem Einsatz f\u00fcr queere Interessen engagieren. Zu ihnen geh\u00f6rt auch Carsten Brosda, der als Vorsitzender des SPD-Kulturforums Mitveranstalter war, aber aus terminlichen Gr\u00fcnden erst dann am Talk teilnehmen konnte, als die Queers schon alle aus dem Zoom geschmissen worden waren. Brosda arbeitet als Hamburger Kultursenator f\u00fcr kulturelle Vielfalt und als Pr\u00e4sident des Deutschen B\u00fchnenvereins besitzt er Empathie und Expertise f\u00fcr die Situation der Schauspieler*innen. Ganz sicher w\u00e4re der Talk mit ihm ein ganz anderer geworden.<\/p>\n<p>Andererseits: Wieso konnte sich im Vorfeld weder aus der Grundwertekommission noch aus dem Kulturforum der SPD auch nur eine einzige Stimme finden, die bereit und in der Lage gewesen war, sich nicht auf die Seite eines Gastes zu stellen, der in diesem Ma\u00dfe gef\u00e4hrlichen queerfeindlichen Unsinn verbreitet?<\/p>\n<p>Und \u00fcberhaupt: Wenn es schon in einer Veranstaltung von Kulturforum und Grundwertekommission so zu geht, darf dann nicht mit allem Recht vermutet werden, dass es in den allermeisten Gruppierungen der Partei nicht unbedingt besser bestellt ist? Ist das, was da am Donnerstag passiert ist, nicht einfach die ganz normale Homophobie und Queerfeindlichkeit, die auch au\u00dferhalb der SPD in links-liberalen Kreisen immer latent vorhanden ist, und nur deshalb so augenscheinlich wurde, weil man das Pech hatte, einen Gast eingeladen zu haben, der einen ungeplanter Weise zwang, sich mit Queerzeugs zu besch\u00e4ftigen?<\/p>\n<p>Die Homophobie der Gesine Schwan ist wahrscheinlich keine schlimmere als die der allermeisten Menschen in Deutschland. Aber die allermeisten Menschen sind eben nicht Chefin der SPD-Grundwertekommission. Entscheidens ist jetzt. wie die Partei mit all dem jetzt umgeht. Ob sie wirklich glaubw\u00fcrdig f\u00fcr queere Interessen streiten kann, wird sich daran zeigen, ob sie den Vorfall als Chance begreift, das eigene Versagen zu erkennen, zu benennen und daraus die richtigen Schl\u00fcsse zu ziehen.<\/p>\n<p>Doch danach sieht es gerade nicht aus. Heute hat die SPD so etwas wie eine Entschuldigung versucht. Die <a href=\"https:\/\/kulturforum.spd.de\/aktuelles\/aktuelles\/news\/stellungnahme-zum-gespraech-mit-sandra-kegel-1\/22\/02\/2021\/\">&#8222;Stellungnahme zum Gespr\u00e4ch mit Sandra Kegel&#8220;<\/a> von Grundwertekommission und Kulturforum ist jedoch erkennbar lediglich der Versuch, die Wogen zu gl\u00e4tten, ohne tats\u00e4chlich Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Ich dokumentiere hier den gesamten Text der Erkl\u00e4rung:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Der zweite gemeinsame Jour fixe &#8222;Kultur schafft Demokratie&#8220; hat ver\u00e4rgerte Reaktionen und harte Kritik ausgel\u00f6st. Wir hatten den Termin mit der FAZ-Feuilleton-Chefin Sandra Kegel bereits im Januar vereinbart, um ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die heutige Rolle des Feuilletons im gesellschaftlichen und politischen Diskurs zu f\u00fchren. Nachdem Sandra Kegel wenige Tage vor dem Termin einen vielfach problematisierten Kommentar zu der Initiative #actout ver\u00f6ffentlicht hat, war klar, dass wir das Themenspektrum erweitern mussten.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist schon ein Hammer. Die SPD schreibt von einem &#8222;vielfach problematisierten Kommentar&#8220; und nicht etwa von einem &#8222;problematischen Kommentar&#8220;, was ja auch noch sehr harmlos gewesen w\u00e4re, aber zumindest ein bisschen Distanz. Aber selbst die soll es zum FAZ-Text offensichtlich nicht geben. Ganz abgesehen davon, dass es nat\u00fcrlich endlich notwendig gewesen w\u00e4re, die Aussagen von Kegel als das zu bezeichnen, als das was sie sind: Homophob und queerfeindlich. Aber das kann die SPD offensichtlich nicht. Oder sie will es nicht. Beides ist schlimm.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Auf Anregung und in Abstimmung mit SPDqueer haben wir den Kreis der Teilnehmer*innen an der Diskussion um Bettina Hoppe, Heinrich Horwitz und Johannes Kram erg\u00e4nzt, um der Kritik Raum und zugleich eine M\u00f6glichkeit zur kritischen Auseinandersetzung zu geben. Das ist missgl\u00fcckt. Es ist nicht gelungen, eine angemessene Diskussion zu erm\u00f6glichen.\u00a0<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Darstellung ist grob irref\u00fchrend. Es klingt so, als sei da eine Diskussion aus dem Ruder geraten. Dabei war eine richtige Diskussion, zumindest zum queeren Thema, ganz offensichtlich weder gew\u00fcnscht noch geplant. Die SPD versucht hier, sich mit formalen Gr\u00fcnden aus der Verantwortung zu ziehen. Doch &#8222;missgl\u00fcckt&#8220; ist nicht der Diskussionsverlauf. Die Diskussion ist nicht irgendwo hingelaufen, wo sie nicht hinsollte, sondern die Moderation hat alles daf\u00fcr getan, dass sie in eine Richtung geht, und genau diese Richtung war das Problem.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung ist aus einem ganz anderen Grund gescheitert: In fast zwei Stunden <span class=\"gmail_default\">hielten es\u00a0<\/span>die SPD-Verantwortlichen an keiner einzigen Stelle <span class=\"gmail_default\">f\u00fcr opportun, sich\u00a0<\/span>von de<span class=\"gmail_default\">n<\/span>\u00a0queerfeindlichen Aussagen und Verdrehungen\u00a0<span class=\"gmail_default\">zu\u00a0<\/span>distanzier<span class=\"gmail_default\">en<\/span>, sie haben sich sogar eindeutig auf die Seite des Gastes geschlagen, und zwar offensichtlich nicht trotz, sondern wegen der queerfeindlichen Positionen. Daf\u00fcr ist &#8222;Es ist nicht gelungen, eine angemessene Diskussion zu erm\u00f6glichen&#8220; nun wirklich nicht die richtige Beschreibung.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Die im Gespr\u00e4ch entstandenen Verletzungen bedauern wir sehr. Daf\u00fcr, dass sie \u00fcberhaupt entstehen konnten, bitten wir als Gastgeber alle Betroffenen um Entschuldigung.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Schwierig. Auf der einen Seite okay. Aber wenn es Verletzungen gab, dann sind die nicht irgendwie &#8222;entstanden&#8220;. Sie wurden zugef\u00fcgt, und zwar von den Verantwortlichen des Abends selbst &#8211; und das nicht nur durch Unterlassen, sondern auch eigenes Tun.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem finde ich eine solche Formulierung aus deshalb problematisch, weil hier die Verletztheit der Angegriffenen als alleiniger Ma\u00dfstab f\u00fcrs entschuldigen-M\u00fcssen gesetzt wird. Doch das Verhalten der Moderator*innen w\u00e4re auch dann nicht minder problematisch, wenn sich keiner der Attackierten verletzt f\u00fchlen w\u00fcrde. Die &#8211; egal ob vermeintlichen oder tats\u00e4chlichen &#8211; Verletzungen als Ma\u00dfstab suggerieren, dass das alles halb so schlimm gewesen w\u00e4re, wenn sich die &#8222;Betroffenen&#8220; weniger verletzt f\u00fchlen w\u00fcrden. Wie gro\u00df wird wohl der Anteil derer sein, die einen solchen Satz lesen und denken: Klar, heute f\u00fchlt sich ja jeder gleich verletzt!<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wir nehmen das Scheitern des Gespr\u00e4chs sehr ernst und werden es intensiv aufarbeiten.\u00a0<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Da d\u00fcrfen wir gespannt sein. Vor allem, da ein solches Statement ja eine gute Gelegenheit gewesen w\u00e4re, damit anzufangen. Aber warum passiert das nicht?<\/p>\n<blockquote><p><strong>Es ist auch ein Indiz f\u00fcr die aktuellen Schwierigkeiten, uns gesellschaftsweit solidarisch mit Blick auf progressive Politiken zu verst\u00e4ndigen. <\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist wohl vor allem daran, dass man zur Bearbeitung diese &#8222;aktuellen&#8220; Schwierigkeiten die falschen Leute am Start hat.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wir werden uns den Themen Vielfalt, Queerness und den Bedingungen \u00f6ffentlicher Verst\u00e4ndigung in Zukunft weiter widmen und daf\u00fcr eigene Formate entwickeln. Denn nat\u00fcrlich geht es uns kulturpolitisch darum, Diskriminierung zu bek\u00e4mpfen und die Vielfalt und Queerness unserer Gesellschaft auch in Film und Fernsehen besser und verst\u00e4ndlich und sichtbar zu machen. Die Diskriminierung queerer und nicht-bin\u00e4rer Schauspieler*innen ist nicht hinnehmbar und bedarf klarer Antworten. Auch in Kultur und Kulturpolitik. Die Initiative #actout hat kraftvoll verdeutlicht, wie dringend das ist. In den letzten Jahren sind zunehmend verpflichtende Diversity Checks, Kodizes zur diskriminierungsfreien Arbeit oder entsprechende Beschwerdestellen entstanden. An derartigen Initiativen werden wir &#8211; hoffentlich gemeinsam mit den Initiatoren von #actout &#8211; auch in Zukunft weiter arbeiten und sie \u00fcberall dort konkret umsetzen, wo wir politische Verantwortung tragen.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, daran sollten wir sie messen und sie auch darin unterst\u00fctzen. Aber leider ist es nicht m\u00f6glich, &#8222;Diskriminierung zu bek\u00e4mpfen&#8220;, wenn ich noch nicht einmal in der Lage bin, diese als solche zu benennen. Wenn selbst Aussagen wie die von Frau Kegel kein Grund daf\u00fcr sind, Diskriminierung auch als Diskriminierung zu bezeichnen, was denn dann? Und wieso wird nicht die T\u00e4ter-Opfer Umkehr, warum nicht die eigenen Ressentiments thematisiert? Wieso kann sich Gesine Schwan nicht einfach f\u00fcr ihren lesbophoben Witz entschuldigen? Wieso nicht f\u00fcr die Aussage, dass sie sich nicht daf\u00fcr entschuldigen m\u00f6chte, dass sie nicht lesbisch ist, was ja ziemlich b\u00f6swillig unterstellt, als w\u00fcrde das irgendjemand tun?<\/p>\n<p>Wie verlogen die ganze Erkl\u00e4rung ist, zeigt sich aber am deutlichsten an einem Kommentar, den Klaus-J\u00fcrgen Scherer &#8211; neben Gesine Schwan der zweite Moderator des Talks und langj\u00e4hriger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des SPD-Kulturforums &#8211; heute auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/klausjurgen.scherer.1\/posts\/10225952521826108\">Facebook<\/a> abgesetzt hat:<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"\" dir=\"auto\">\n<div id=\"jsc_c_5\" class=\"ecm0bbzt hv4rvrfc e5nlhep0 dati1w0a\" data-ad-comet-preview=\"message\" data-ad-preview=\"message\">\n<div class=\"j83agx80 cbu4d94t ew0dbk1b irj2b8pg\">\n<div class=\"qzhwtbm6 knvmm38d\">\n<div class=\"kvgmc6g5 cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql ii04i59q\">\n<blockquote>\n<div dir=\"auto\"><strong>Wir hatten ja Donnerstag Abend eine schwierige Debatte mit Queer-Leuten, die aufgrund eines kleinen Kommentars jedes vern\u00fcnftige Gespr\u00e4ch mit Sandra Kegel von der FAZ verhindern wollten. (&#8230;)<\/strong><\/div>\n<\/blockquote>\n<div dir=\"auto\">Der Unfall ist noch lange nicht vorbei.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u2666<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/queerkram.podigee.io\/19-neue-episode\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-12665\" src=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Teaser-Queerkram-Foto-Actout-300x130.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Teaser-Queerkram-Foto-Actout-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Teaser-Queerkram-Foto-Actout.jpg 696w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/a>Update 27. Februar 2021:<\/p>\n<p>In meinem Podcast habe ich mit den beiden #ActOut-Initiator*innen, der Schauspieler*in Karin Hanczewski (&#8222;Tatort&#8220;) und ihrem Kollegen Godehard Giese (&#8222;Babylon Berlin&#8220;) \u00fcber ihre Initiative gesprochen: Die bewegende Entstehungsgeschichte, die Reaktionen und was nun passieren soll. Der von queer.de pr\u00e4sentierte QUEERKRAM-Podcast l\u00e4sst sich auch auf allen gro\u00dfen Podcast-Portalen und Apps abspielen.<\/p>\n<p><strong><em>Folgt mir auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/nollendorfblog\">Twitter<\/a>, Instagram\u00a0<\/em><\/strong><strong><em>(<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/insta_johanneskram\/\">@insta_johanneskram<\/a>) und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Nollendorfblog-459879804081681\">Facebook<\/a>!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><em>Weitere Beitr\u00e4ge zum Thema:\u00a0<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12675\"><strong>Queer.de-Chef zur anti-queeren Eskalation in der SPD: \u201eEs geht ums Eingemachte\u201c<\/strong><\/a><\/p>\n<p>SPD und die angebliche Identit\u00e4tspolitik: <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12698\"><strong>&#8222;Ich bin nicht beleidigt!&#8220;<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Dossier: <strong><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?tag=spd\">Alle Beitr\u00e4ge zur SPD<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12535\"><em>Meine Gegenrede zu Sandra Kegels FAZ-Artikel.<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><span style=\"font-weight: 400;\">Hier der Ursprungsbeitrag zum Thema #Actout:<\/span><\/em><\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12429\">Schauspieler*innen-Coming-out: Der Kampf beginnt erst jetzt!<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-weight: 400;\">Weitere Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/span><\/em><\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=10018\">Queer in den Medien: Homosexualit\u00e4t ist keine Privatsache! <\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>(Rede zur Gr\u00fcndung der Queer Media Society)<\/em><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><em>Im Theatermagazin habe ich 2018 \u00fcber Homophobie in Theater, Fernsehen und Film geschrieben und Coming-outs von Schauspieler*innen geschrieben. Ich bin sehr froh, dass sich die \u00dcberschrift von damals jetzt \u00fcberholt hat. Sie lautete:<\/em><\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\">J<\/a><\/em><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\">eder sp<\/a><\/em><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\">ringt f<\/a><\/em><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\">\u00fcr sich<\/a><\/em><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\"> allein.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#8211;<\/p>\n<p>Dossier: Alle Beitr\u00e4ge zur <strong><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?tag=faz\">Homophobie der FAZ<\/a><\/strong><\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><em>Als unabh\u00e4ngiges und werbefreies Blog brauchen wir Deine Hilfe. 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