{"id":12565,"date":"2021-02-23T18:02:58","date_gmt":"2021-02-23T16:02:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12565"},"modified":"2021-07-11T21:35:10","modified_gmt":"2021-07-11T19:35:10","slug":"spd-talk-zu-act-out-luegt-sandra-kegel-zdf-widerspricht-faz-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12565","title":{"rendered":"SPD-Talk zu Act Out: L\u00fcgt Sandra Kegel? ZDF widerspricht FAZ-Frau"},"content":{"rendered":"<div dir=\"auto\">\n<p>Die Vertreter*innen von SPD-Kulturforum und der von Gesine Schwan geleiteten Grundwertekommission haben sich letzte Woche unter Leitung von Schwan zusammen mit der FAZ-Feuilletonchefin Sandra Kegel in einen homophoben und q<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WobScSUC7bs&amp;t=4707s\">ueerfeindlichen Online-Talk<\/a> hineingesteigert. Als ich in diese Veranstaltung f\u00fcr wenige Minuten zugeschaltet wurde, habe ich die SPD-Repr\u00e4sentant*innen auch daf\u00fcr kritisiert, dass sie Frau Kegel selbst bei deren Aussagen mit neurechtem Sprech nicht zur\u00fcckgewiesen haben. Mir wurde anschlie\u00dfend oft vorgeworfen, dass dieser Teil meiner Gegenrede \u00fcbertrieben gewesen sei.<\/p>\n<p>Ich sehe das nicht so. Rechtspopulismus ist nicht nur Rechtspopulismus, wenn ganz gro\u00df AfD drauf steht. Ich werfe Frau Kegel ja nicht vor, sich mit rechtspopulistischen Parteien gemein zu machen. Ich finde aber, dass man ihr vorwerfen muss, dass sie an manchen Stellen deren Denk- und Erkl\u00e4rmuster teilt.<\/p>\n<p>Aber verharmlost das nicht die AfD? Gegenfrage: Darf man nur diejenigen kritisieren, die so schlimm argumentieren wie Bernd H\u00f6cke? M\u00fcsste man beim &#8222;Kampf gegen Rechts&#8220; nicht gerade dort warnen, wo Menschen, die man im Gro\u00dfen und Ganzen dem demokratisch-liberalen Spektrum zurechnet, dabei sind, gef\u00e4hrlich abzudriften? An dieser Stelle hei\u00dft es dann immer &#8211; \u00fcbrigens auch in diesem uns\u00e4glichen SPD-Talk &#8211; man solle sich lieber auf den &#8222;gemeinsamen Gegner&#8220; konzentrieren, statt diejenigen zu bek\u00e4mpfen, die auf der &#8222;gleichen Seite&#8220; stehen. Das h\u00f6rt sich logisch an, ist aber eine Formel, die sich immer mehr gegen queere Menschen richtet: Denn was ist, wenn der &#8222;Gegner&#8220; selbst unter uns ist, wenn Homophobie und Queerfeindlichkeit auch im Kulturumfeld und in demokratischen Parteien deutlich werden? Wenn etwa, wie Frau Kegel, die Emanzipationsbem\u00fchungen von LGBTI zur &#8222;Ideologie&#8220; erkl\u00e4rt werden und behauptet wird, dass diese nur &#8222;Kalk\u00fcl&#8220; seien, um sich aus einer privilegierten Situation noch weiter zu privilegieren?<\/p>\n<p>Der LSVD schreibt in einer <a href=\"https:\/\/www.lsvd.de\/de\/ct\/4534-SPD-versagt-bei-Parteinahme-fuer-queere-Menschen\">Pressemitteilung<\/a> \u00fcber Kegels Aussagen:<\/p>\n<blockquote><p>Zu der Verunglimpfung und dem Betrugsvorwurf gesellte sich nun also noch die Diffamierung der Bem\u00fchungen um Gleichstellung als \u201eIdeologie\u201c. Damit bedient sich Kegel nun tats\u00e4chlich auch rechtspopulistischen bis rechten Kampfbegriffen, die regelm\u00e4\u00dfig in AfD-Reden oder den Auseinandersetzungen in Polen verwendet werden, wenn dort vor vermeintlicher \u201eGender-Ideologie\u201c oder \u201eLGBT-Ideologien\u201c gewarnt wird.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sollen wir solchen Positionen und Ausdrucksweisen nur deshalb nicht mit deutlichen Worten widersprechen, nur weil es nicht von jemand gesagt wird, der in der AfD ist? Was ist das f\u00fcr eine komische Vorstellung, dass alle, die in der AfD sind, es auch so meinen, und alle, die es nicht sind, nicht? Sollen, ja m\u00fcssen wir nicht die SPD auf diese Zusammenh\u00e4nge hinweisen und muss das nicht sogar mit deutlichen Worten geschehen, weil ja alles im Vorfeld erfolgte Warnen und Aufkl\u00e4ren nicht nur nichts gebracht hatte, sondern ganz offensichtlich die Bereitschaft sogar noch erh\u00f6hte, sich mit den Positionen von Frau Kegel gemein zu machen? Wie viele Stopp-Schilder in Richtung AfD soll eine SPD-&#8222;Debatte&#8220; noch \u00fcberfahren, bevor man selber laut &#8222;Stopp&#8220; rufen muss?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss dabei immer deutlich gemacht werden, dass die Bedrohung unserer Freiheiten von rechten Parteien und Gruppen kommt. Aber die Rechten haben nur so viel Raum, wie die sogenannte Mitte ihnen l\u00e4sst. Der &#8222;Kampf gegen Rechts&#8220; muss also ein Kampf sein, der in der Mitte beginnt, alleine schon deswegen, damit die Mitte Mitte bleibt und sich der \u00f6ffentliche Diskurs nicht immer weiter in minderheitenfeindliche Erz\u00e4hlungen abdriftet.<\/p>\n<\/div>\n<p>Seit einigen Jahren ist es Strategie von AfD und anderen Populisten, die mangelnde Repr\u00e4sentanz queerer Menschen in vielen Bereichen der Gesellschaft zu leugnen und zu behaupten, eigentlich seien sie ja sogar \u00fcberrepr\u00e4sentiert. Wenn Gesine Schwan im SPD-Talk davon spricht, dass sie sich nicht daf\u00fcr entschuldigen m\u00f6chte, nicht lesbisch zu sein, dann ist das ein Ergebnis dieser gef\u00e4hrlichen Stimmungsmache gegen Queers, die insinuiert, diese den Heteros ihre &#8222;Lebensweise&#8220; aufzwingen. Es ist die klassische T\u00e4ter-Opfer-Umkehr solcher &#8222;Debatten&#8220;, die queere Menschen immer wieder zu tats\u00e4chlichen Opfern im wahren Leben macht.<\/p>\n<p>Die Versuche der AfD, den \u00f6ffentlichen Rundfunk zu diskreditieren, werden auch damit unterf\u00fcttert, dass dieser in Sachen Diversit\u00e4t &#8222;Ideologie&#8220; betreibe, u.a. in dem er queere Menschen \u00fcberrepr\u00e4sentiere. In einem Interview f\u00fcr <a href=\"http:\/\/uebermedien.de\/4463\/weniger-schwule-mehr-glueckliche-familien-das-afd-wunschprogramm-fuer-ard-und-zdf\/\"><em>uebermedien<\/em><\/a> mit Stefan Niggemeier aus dem Jahr 2016 sagte das damals f\u00fcr Medien zust\u00e4ndige AfD-Bundesvorstandsmitglied Armin-Paul Hampel:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWarum ist denn der Schwund vor allem beim\u00a0jungen Fernsehpublikum so dramatisch? Da muss man doch langsam aufwachen und fragen, woran liegt denn das. Und das ist nat\u00fcrlich die Vorstellung der Achtundsechziger, diese Gesellschaft im ideologischen Sinne umzudrehen. Da haben die konservativen Verantwortlichen in den Medien v\u00f6llig versagt in den letzten 30 Jahren.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Stefan Niggemeier:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch nehme an, die Darstellung von Homosexualit\u00e4t ist f\u00fcr Sie auch so ein Fall.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Armin Hampel:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eJa, weil hier ebenfalls ein Minderheitenprogramm bevorzugt wird. Realistisch haben wir in Deutschland ungef\u00e4hr drei bis vier Prozent der erwachsenen Bev\u00f6lkerung, die sich zur gleichgeschlechtlichen Liebe bekennen. Jetzt pl\u00f6tzlich wird das pausenlos thematisiert. Als ob es ein Muss sei, diese Menschen \u2013 die ich auch in den 70er und 80er Jahren nicht als ungl\u00fccklich empfunden habe \u2013 in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen filmisch darzustellen. Es ist eine \u00dcberbewertung einer kleinen Gruppe unserer Gesellschaft.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Die mediale \u00dcberbewertung der kleinen Gruppe LGBTI in Deutschland ist genau das Kernargument von Sandra Kegel, mit dem sie im SPD-Kulturtalk die Notwendigkeit der Initiative Act Out in Abrede stellt und diese dahinter stehenden N\u00f6te als &#8222;Fusseleikram&#8220; verniedlicht. Als die Schauspieler*innen dem die Realit\u00e4t ihrer Branche entgegensetzen und ausf\u00fchren, dass queere Rollen viel zu wenig sichtbar sind, startet Kegel eine Reihe obskurer Gegenbeweise.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst verweist sie auf die Serie &#8222;Modern Familiy&#8220;, was doppelt strange ist, zum einen, weil das nat\u00fcrlich keine deutsche, sondern eine amerikanische Serie ist, und zum anderen, weil es eine Serie ist, die Diversity ganz bewusst zum Dauerthema hat und eben nicht dazu taugt die Selbstverst\u00e4ndlichkeit queerer Rollen zu illustrieren. Als die Schauspieler*in Bettina Hoppe sie darauf hinweist, wie ungl\u00fccklich ihr Beispiel ist, pr\u00e4sentiert sie ein anderes. Kegel w\u00f6rtlich:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;SOKO ist eine deutsche Vorabendserie mit Polizisten, die sowas von durchgegendert sind.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Frage ist, was das aussagen w\u00fcrde, wenn es stimmen w\u00fcrde. Aber zun\u00e4chst w\u00fcrde sich nat\u00fcrlich die andere Frage aufdr\u00e4ngen: Die, ob das \u00fcberhaupt stimmt.<\/p>\n<p>Der Schauspieler Daniel Warland hat einen sehr unterhaltsamen und erhellenden R\u00fcckblick des SPD-Talks auf Youtube ver\u00f6ffentlicht und ist der SOKO-Behauptung von Sandra Kegel nachgegangen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"#ActOut und Sandra Kegel. Eine Glosse.\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/4tgRaiL3yPc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Sein Fazit:<\/p>\n<blockquote><p>Nach einer einfachen Google-Recherche findet man heraus dass es zwei lesbische Protagonist*innen gibt. Die Beziehung der einen namens &#8222;Lydia Lersch&#8220; kommt laut <a href=\"https:\/\/www.imdb.com\/\">IMDB<\/a> in zumindest f\u00fcnf Folgen vor, ein gutes Viertel der 23 Folgen, in der die Hauptfigur auftritt. Die andere lesbische Beziehung hat eine Sceentime von ganzen sieben Folgen. Sieben Folgen von 281, in denen diese Figur ermittelt. (&#8230;) Was aber auch keine gro\u00dfe repr\u00e4sentative Leistung zu sein scheint, wenn man sich die Kommentare in den queeren Fanforen ansieht. Warum recherchiert sie nicht ihre Tatsachen, bevor sie sie in einer Zeitung mit 83.000 Leser*innern ver\u00f6ffentlicht?<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, darum m\u00fcsste es wirklich gehen: Ist Sandra Kegel in ihren Aussagen \u00fcber die Situation queerer Menschen wirklich an Fakten interessiert, oder begr\u00fcnden sich diese im Wesentlichen auf Ressentiments?<\/p>\n<p>Nach der wackeligen SOKO-Geschichte legt Kegel noch einmal nach:<\/p>\n<p>Sie sagt, sie habe beim ZDF angerufen<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;und dann bin ich an Papiere gekommen, weil <span class=\"gmail_default\">ein Sender wie das\u00a0<\/span><span class=\"il\">ZDF<\/span>\u00a0g<span class=\"gmail_default\">anz<\/span>\u00a0genau schaut<span class=\"gmail_default\">, wie die Queerness, wie die Diversit\u00e4t ihrer Casts aufgestellt ist. Das machen sie seit ein paar Jahren und das kann man alles nachschauen, und die sind &#8211; ich w\u00fcrde sogar sagen &#8211; \u00fcberproportional.&#8220;<\/span><\/p><\/blockquote>\n<div>An dieser Stelle habe ich mich in den Talk eingeschaltet und gesagt, dass das nicht stimmt. Ich war mir ziemlich sicher, da ich mich in diesem Blog und anderswo seit \u00fcber zehn Jahren mit Diversit\u00e4t in den Medien besch\u00e4ftige und ich daher ein solches angeblich \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliches Papier nicht kenne. Kurz nachdem ich behauptet hatte, dass Frau Kegel hier die Unwahrheit sagte, schmiss mich die Regie des SPD-Kulturforums aus dem Zoom-Call. Kegels rechtspopulistische Grundbehauptung von der \u00dcberrepr\u00e4sentanz queerer Menschen wurde von den SPD-Verantwortlichen nicht hinterfragt und steht somit weiter im Raum.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ich habe beim ZDF schriftlich nachgefragt:<\/div>\n<blockquote>\n<div><span class=\"gmail_default\">1.) K\u00f6nnen Sie die Angaben von Frau Kegel best\u00e4tigen?<\/span><\/div>\n<div><span class=\"gmail_default\">2.) Welche Papiere wurden Frau Kegel zug\u00e4nglich gemacht?<\/span><\/div>\n<div><span class=\"gmail_default\">3.) Wie, seit wann und in welcher Form wird die Repr\u00e4sentanz queerer Geschichten im\u00a0<span class=\"il\">ZDF<\/span>-Programm erfasst und dokumentiert und w<\/span>o kann man das\u00a0<span class=\"gmail_default\">\u00f6ffentlich\u00a0<\/span>nachschauen?<\/div>\n<div><span class=\"gmail_default\">4.) Was wei\u00df das\u00a0<span class=\"il\">ZDF<\/span>\u00a0\u00fcber die Queerness in seinem fiktionalen Programm?<\/span><\/div>\n<div><span class=\"gmail_default\">5.) Stimmt es, dass queere Geschichten im\u00a0<span class=\"il\">ZDF<\/span>-Programm &#8222;\u00fcberrepr\u00e4sentiert&#8220; sind?\u00a0<\/span><\/div>\n<\/blockquote>\n<div>Eine Mitarbeiterin der ZDF-Pressestelle hat mich gestern angerufen und mir mitgeteilt, dass es &#8222;solche Papiere&#8220; nicht g\u00e4be. Au\u00dferdem h\u00e4tte sie nach einem entsprechenden Anruf von Frau Kegel recherchiert, den ihr aber beim ZDF niemand best\u00e4tigen konnte. Die Kurzfassung der Antwort auf meine f\u00fcnf Fragen, die mir nach dem Telefonat per Mail geschickt wurde, lautete:<\/div>\n<div>\n<blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehr geehrter Herr Kram,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">davon ist uns nichts bekannt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nicht nur die Argumentation, sondern auch die Faktenlage der FAZ-Feuillletonchefin ist offensichtlich die gleiche, wie die der AfD: Sie scheint nicht vorhanden zu sein.<\/p>\n<p>Von der SPD erwarte ich nun einen gr\u00fcndlichen \u00f6ffentlichen Faktencheck ihrer Talk-Sendung. Wenn ihre Repr\u00e4sentant*innen schon nicht in der Lage waren, Ressentiments, homophobe und queerfeindliche Positionen sowie fragw\u00fcrdige Tatsachenbehauptungen zu hinterfragen, so sollte sie es als demokratische Partei nun als ihre Pflicht begreifen, daf\u00fcr zu sorgen, dass dieser Form von Populismus deutlich und im Detail widersprochen wird. In ihrem <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12561\">Statement von gestern<\/a> war davon leider nichts zu lesen. Noch wurde nicht benannt, was da \u00fcberhaupt falsch gelaufen ist.<\/p>\n<p>Gesine Schwan und die Grundwertekommission ist nicht die SPD. Doch da die Kommission den Anspruch hat, Vordenkerin der Partei zu sein, darf es den Sozialdemokraten nicht egal sein, was dort gedacht und gemacht wird. Auf ihrer <a href=\"https:\/\/grundwertekommission.spd.de\/\">Website<\/a> wird ihr Anspruch beschrieben:<\/p>\n<blockquote><p>Die Grundwertekommission beim SPD Parteivorstand will auf ihre Weise zum programmatischen Profil der Partei beitragen und helfen, eine an den Anforderungen der Zeit und der Zukunft orientierte neue Politik vorzubereiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Je l\u00e4nger die SPD den neurechten Sprech unwidersprochen gew\u00e4hren l\u00e4sst, um so mehr ist sie daf\u00fcr mitverantwortlich, dass sich dieser weiter in der &#8222;Mitte&#8220; der Gesellschaft festsetzt. Sollte die SPD erwarten, dass man ihre Grundwerte erst nimmt, muss sie klarmachen, welche das sind. Und welche nicht. Es reicht nicht zu sagen, eine Debatte m\u00fcsse gef\u00fchrt werden. Man muss sich schon auch f\u00fcr die Fakten interessieren, die einer solchen Debatte zugrunde liegen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Es reicht nicht mehr zu sagen, dass man gegen Homo- und Transphobie ist. Man muss jetzt etwas dagegen tun. Auch in den eigenen Reihen. Und auch, wenn es weh tut.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><em>Nachtrag 25. Februar 2021: <\/em><\/p>\n<p>Das ZDF teilte mir gestern mit, dass sich zwischenzeitlich herausgestellt habe, &#8222;dass Frau Kegel auf Arbeitsebene recherchiert und von dort auch Unterlagen aus einer Redaktion bekommen hat.&#8220;<\/p>\n<p>Um was f\u00fcr Unterlagen es sich dabei handelt, wollte man mir nicht sagen. Ich habe dann noch einmal konkret gefragt:<\/p>\n<p>Gibt es im ZDF irgendwelche Erkenntnisse, die darauf hinweisen, dass queere Geschichten im fiktiven ZDF-Programm \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind?<\/p>\n<p>Darauf antwortet mir das ZDF heute:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehr geehrter Herr Kram,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">nein, daf\u00fcr haben wir keine Anhaltspunkte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u2666<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/queerkram.podigee.io\/19-neue-episode\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-12665\" src=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Teaser-Queerkram-Foto-Actout-300x130.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Teaser-Queerkram-Foto-Actout-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Teaser-Queerkram-Foto-Actout.jpg 696w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/a>Update 27. Februar 2021:<\/p>\n<p>In meinem Podcast habe ich mit den beiden #ActOut-Initiator*innen, der Schauspieler*in Karin Hanczewski (&#8222;Tatort&#8220;) und ihrem Kollegen Godehard Giese (&#8222;Babylon Berlin&#8220;) \u00fcber ihre Initiative gesprochen: Die bewegende Entstehungsgeschichte, die Reaktionen und was nun passieren soll. Der von queer.de pr\u00e4sentierte QUEERKRAM-Podcast l\u00e4sst sich auch auf allen gro\u00dfen Podcast-Portalen und Apps abspielen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><em>Folgt mir auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/nollendorfblog\">Twitter<\/a>, Instagram\u00a0<\/em><\/strong><strong><em>(<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/insta_johanneskram\/\">@insta_johanneskram<\/a>) und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Nollendorfblog-459879804081681\">Facebook<\/a>!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><em>Hintergrund:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12535\"><strong><em>Meine Gegenrede zum Coming-out-Verriss von Sandra Kegel in der \u201eFAZ\u201c<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p><em><span style=\"font-weight: 400;\">Hier der Ursprungsbeitrag zum Thema #Actout:<\/span><\/em><\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12429\">Schauspieler*innen-Coming-out: Der Kampf beginnt erst jetzt!<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-weight: 400;\">Weitere Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/span><\/em><\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=10018\">Queer in den Medien: Homosexualit\u00e4t ist keine Privatsache! <\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>(Rede zur Gr\u00fcndung der Queer Media Society)<\/em><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><em>Im Theatermagazin habe ich 2018 \u00fcber Homophobie in Theater, Fernsehen und Film geschrieben und Coming-outs von Schauspieler*innen geschrieben. Ich bin sehr froh, dass sich die \u00dcberschrift von damals jetzt \u00fcberholt hat. Sie lautete:<\/em><\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\">J<\/a><\/em><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\">eder sp<\/a><\/em><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\">ringt f<\/a><\/em><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\">\u00fcr sich<\/a><\/em><em><a href=\"https:\/\/www.der-theaterverlag.de\/theatermagazin\/dtm\/theatermagazin-06-2018\/homophobie-im-theater\/\"> allein.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#8211;<\/p>\n<p>Dossier: Alle Beitr\u00e4ge zur <strong><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?tag=faz\">Homophobie der FAZ<\/a><\/strong><\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><em>Als unabh\u00e4ngiges und werbefreies Blog brauchen wir Deine Hilfe. 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