{"id":12733,"date":"2021-03-17T19:29:34","date_gmt":"2021-03-17T17:29:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12733"},"modified":"2021-07-11T21:35:43","modified_gmt":"2021-07-11T19:35:43","slug":"sz-veroeffentlicht-gegendarstellung-des-nollendorfblogs-ist-die-sache-damit-erledigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12733","title":{"rendered":"&#8222;SZ&#8220; ver\u00f6ffentlicht Gegendarstellung des Nollendorfblogs. Ist &#8222;die Sache&#8220; damit erledigt?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div id=\"contentsContainer\" class=\"style-scope qowt-page\">\n<div id=\"contents\" class=\"style-scope qowt-page\">\u00a0Zum ersten Mal in den zw\u00f6lf Jahren, in denen ich diesen Blog betreibe, habe ich mich juristisch wehren m\u00fcssen. Gestern hat das Landgericht M\u00fcnchen die S\u00fcddeutsche Zeitung per einstweiliger Verf\u00fcgung dazu verpflichtet, meine Gegendarstellung zu einem Artikel des Autors Andrian Kreye zu ver\u00f6ffentlichen.<\/div>\n<\/div>\n<p>Dieser hatte in seinem Artikel \u00fcber die Act Out Debatte beim <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12565\">&#8222;Jour Fixe&#8220; der SPD<\/a> geschrieben:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\" css-13wylk3\">Ein Debattensieg reicht nicht, der Gegner muss vielmehr zerst\u00f6rt werden. In diesem Fall: Kegel soll nicht auftreten. Und &#8211; wie es der Nollendorfblog von Johannes Kram fordert &#8211; Kegel soll ab sofort keine Machtpositionen als Jurorin von Literaturpreisen (und in der Konsequenz des Gedankengangs als Feuilletonleiterin) mehr\u00a0innehaben.<\/p>\n<p class=\" css-13wylk3\">So wird aus einer Debatte Hetze.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Tats\u00e4chlich hatte ich in meiner <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12535\">Gegenrede zu Frau Kegels homophoben und queerfeindlichen FAZ-Artikel<\/a> geschrieben:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es ist f\u00fcr mich schwer nachvollziehbar, dass sie verantwortlich f\u00fcr eines der wichtigsten Feuilletons deutscher Sprache sind. Und da man sie in Jurys vieler Buchpreise beruft, schaudert mich der Gedanke, dass queere Stoffe und queere Geschichtenerz\u00e4hler*innen von Menschen wie Ihnen bewerten werden k\u00f6nnten.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei<a href=\"https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=38377\"> Queer.de<\/a> ist die Begr\u00fcndung meines Anwalts aus dem Antrag zur einstweiligen Verf\u00fcgung zitiert, die deutlich macht, dass ich\u00a0 &#8222;an keiner Stelle&#8220; im Blog auch nur sinngem\u00e4\u00df fordere, &#8222;dass Frau Kegel ab sofort keine Machtpositionen als Jurorin von Literaturpreisen mehr innehaben soll&#8220;.\u00a0Im Beitrag ging es, anders als die &#8222;SZ&#8220; behauptet, nicht darum, dass Frau Kegel oder andere Teilnehmer*innen der Debatte &#8218;weg&#8216; m\u00fcssen. Im Gegenteil: Die Debatte ist offensichtlich notwendig, aber notwendig ist auch, dass sie faktenbasiert und ohne homophobe und queerfeindliche Ressentiments gef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat die SZ die Gegendarstellung <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/in-eigener-sache-gegendarstellung-1.5238963\">online ver\u00f6ffentlicht<\/a>. Auch in der Print-Ausgabe wird das nun erfolgen. Juristisch ist die Sache damit erledigt. Doch das grunds\u00e4tzliche Problem bleibt.<\/p>\n<p>Wir erleben gerade eine Debatte, in der marginalisierten Gruppen vorgeworfen wird, mit angeblich radikalen Forderungen das gesellschaftliche Klima zu gef\u00e4hrden. Dadurch wird auch zunehmend von links-liberalen Stimmen die Stimmung gegen Minderheiten angeheizt.<\/p>\n<p>In einer solchen Situation sollte das Feuilleton ein Ort der Freiheit sein, doch in dieser Auseinandersetzung hat es sich vor allem als ein Ort der Repression erwiesen. Die Debatte hat da zu enden, wo namhafte Politiker*innen oder gar Feuilletonist*innen als Teil des Problems gelten k\u00f6nnten. Das darf nicht sein. Der ehemalige SZ-Feuilletonchef Kreye springt der amtierenden FAZ-Feuilletonchefin Kegel zur Seite. Und zwar nicht argumentativ, sondern rein aus Prinzip:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSich auf eine respektierte Kulturjournalistin einzuschie\u00dfen, zahlt genau auf die falsche Seite ein,&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Kreye ist nicht die SZ, k\u00f6nnte man sagen. Doch die SZ hat seinen Text gedruckt, samt der L\u00fcge, auf der der ganze Text aufbaut und die er als Beweis daf\u00fcr anf\u00fchrt, ich wolle Sandra Kegel &#8222;vernichten&#8220;. Samt der \u00dcberschrift, die von &#8222;Mob-Reflexen&#8220; spricht. Der Artikel war nicht nur in seiner maximal eskalierenden Wortwahl nicht irgendein Artikel. Er war es auch als Aufmacher des Kulturteils alleine schon von seiner Gr\u00f6\u00dfe her nicht. Es ist bei einer Zeitung wie der SZ davon auszugehen, dass irgendjemand die mir unterstellte Aussage \u00fcberpr\u00fcft hat. Und deshalb ist auch davon auszugehen, dass nicht nur Kreye, sondern auch diesem oder dieser irgendjemand ziemlich egal war, wie sehr der Artikel sie entstellt.<\/p>\n<p>Ja, es ist unglaublich: Die SZ ver\u00f6ffentlicht einen Artikel, der sich angeblich um die Debattenkultur sorgt, aber alles daf\u00fcr tut, dass die Debatte aus dem Ruder laufen muss. Das mir untergeschobene Falschzitat diente dazu, meine begr\u00fcndete Homophobie-Kritik an Frau Kegel als \u201cHetze\u201d gegen sie zu diffamieren. Man hat ja nichts gegen Schwule, aber wenn sie kritisch werden, werden sie kriminalisiert.<\/p>\n<p>Der\u00a0 SZ-Artikel hat dazu beigetragen, dass die Debatte l\u00e4ngst keine mehr ist, sondern ein sich entladender Ausbruch diffusen Unbehagens der Mehrheit gegen\u00fcber ihren Minderheiten. Queere Menschen werden zur Gefahr erkl\u00e4rt. F\u00fcr queere Menschen ist das gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Aber diese &#8222;respektierten&#8220; Kulturjournalist*innen argumentieren nicht nur verantwortungslos, sondern auch intellektuell auf schmelzendem Eis.<\/p>\n<p>Cancel Culture ist das d\u00fcmmste Argument von allen, weil es meist genau das versucht, was es dem Gegen\u00fcber vorwirft: den anderen aus der Debatte zu schmei\u00dfen. F\u00fcr das deutsche Feuilleton ist es erb\u00e4rmlich, dass hier FAZ und S\u00fcddeutsche hier gleicherma\u00dfen auf diesem Niveau unterwegs sind. Bezeichnend auch, dass sowohl Sandra Kegel als auch Andrian Kreye die Fakten so sehr verbiegen m\u00fcssen, um ihren Punkt zu machen.<\/p>\n<p>Wie tief m\u00fcssen die Ressentiments sitzen, die dazu f\u00fchren, dass man sich so entbl\u00f6\u00dft? Dar\u00fcber zu schreiben, das w\u00e4re doch mal was f\u00fcrs Feuilleton.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><em>Folgt mir auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/nollendorfblog\">Twitter<\/a>, Instagram\u00a0<\/em><\/strong><strong><em>(<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/insta_johanneskram\/\">@insta_johanneskram<\/a>) und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Nollendorfblog-459879804081681\">Facebook<\/a>!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><em>Hintergrund:<\/em><\/p>\n<p>Meine <strong><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12535\">Gegenrede zum queerfeindlichen FAZ-Artikel von Sandra Kegel zu &#8222;Act Out&#8220;<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12675\">Queer.de-Chef zur anti-queeren Eskalation in der SPD: \u201eEs geht ums Eingemachte\u201c<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=12565\">SPD-Talk zu Act Out: L\u00fcgt Sandra Kegel? ZDF widerspricht FAZ-Frau<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Dossier: Alle Beitr\u00e4ge zum Thema<strong><a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?cat=198\"> &#8222;Act Out&#8220;<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><em>Als unabh\u00e4ngiges und werbefreies Blog brauchen wir Deine Hilfe. Hier kannst Du uns auf <a style=\"color: #ff0000;\" href=\"https:\/\/www.paypal.com\/donate\/?token=Sx7UO35_SDcAJtU34UUHgtD5jyv1zex9ZEMhfnkmUSKCOtBwgAd3VhsSD8v7GsW2W2ygw0&amp;country.x=DE&amp;locale.x=de_DE\">Paypa<\/a>l\u00a0unterst\u00fctzen. 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