{"id":3043,"date":"2013-12-11T22:20:22","date_gmt":"2013-12-11T20:20:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=3043"},"modified":"2019-03-02T12:17:11","modified_gmt":"2019-03-02T10:17:11","slug":"die-hintergruende-der-gq-kampagne-warum-kostja-ullmann-mit-ken-duken-knutscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=3043","title":{"rendered":"Die Hintergr\u00fcnde der GQ-Kampagne: Warum Kostja Ullmann mit Ken Duken knutscht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Und wenn Du glaubst, es geht nichts mehr &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3052\" src=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/kleingqullmann.jpg\" alt=\"kleingqullmann\" width=\"281\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/kleingqullmann.jpg 281w, https:\/\/www.nollendorfblog.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/kleingqullmann-230x300.jpg 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/>Mannomann.<\/p>\n<p>Nein, kein Lichtlein. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23Mundpropaganda&amp;src=typd\">#Mundpropaganda<\/a> ist auch kein Silberstreif am Horizont und auch kein Licht am Ende des Tunnels.<\/p>\n<p>Nein, das hier ist Erleuchtung pur. Endlich! Wir k\u00f6nnen wieder sehen! Ein Wunder. Mindestens. Sorry, ich bin beschwipst.\u00a0Und wenn ich nicht aufpasse, finde ich auch noch Franz Josef Wagner toll.<\/p>\n<p>Aber ich habe allen Grund daf\u00fcr, mal etwas auszurasten.\u00a0<span style=\"font-size: 13px;\">Die &#8222;WELT&#8220; schreibt, diese Bilder seien &#8222;irritierend&#8220; Ja, genau,\u00a0irritieren muss\u00a0man. Warum ist da keiner vorher drauf gekommen?<\/span><\/p>\n<p>Ich habe viel rum gemeckert an den queeren <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=2860\">Verb\u00e4nden<\/a> in der <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=3022\">letzten<\/a> Zeit. Und es war ja auch wirklich schlimm mit anzusehen, wie sie hilflos sie sind. \u00a0Und wie schwer es Ihnen f\u00e4llt, sich nach diesem Jahr der Niederlagen einzugestehen, dass man so nicht einfach weiter machen kann. Dass die ganzen Floskeln und Forderungen niemanden mehr interessieren. Dass auch die Formen nicht mehr passen, auf das, was gerade passiert.<\/p>\n<p>Doch die Verb\u00e4nde k\u00f6nnen sich jetzt erstmal zur\u00fcck lehnen. Erstens, weil sie es sich verdient haben. Zweitens, weil nichts zu sagen auch Vorteile hat, wenn man mal nichts zu sagen hat. Und Drittens: Weil jetzt nicht mehr aller Druck auf Ihnen lastet.<\/p>\n<p>Denn jetzt sind erstmal die Heteros dran. Viel zu lange, sah es so aus, als ob die russische Homo-Diskriminierungspolitik ein Problem der Lesben und Schwulen ist. Viel zu lange blieb unwidersprochen, dass Diskriminierung ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, und nicht das einer &#8222;kleinen, schrillen Minderheit&#8220;.<\/p>\n<p>Dobrindt, der <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=1442\">Unions<\/a>-Beauftragte f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?tag=alexander-dobrindt\">Homo-Hetze<\/a> wird wohl in wenigen Tagen Minister und die SPD hat kein Problem damit. \u00a0Und der Deutsche Olympische Sportbund meint, das mit Sotschi sei <a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=2860\">soweit alles okay<\/a>. Wie oft haben wir protestiert, geschrieben und demonstriert um deutlich zu machen, dass das nicht in Ordnung ist, dass Homosexualit\u00e4t keine Propaganda ist!<\/p>\n<p>Es hat fast niemanden interessiert. Die gro\u00dfe Demonstration &#8222;Enough is Enough&#8220; gegen die russische Homo-Apartheidspolitik fand in den meisten Mainstream Medien nicht statt. Wir sind frustriert, geschlaucht. Wir sind heiser und uns f\u00e4llt (<a href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=2244\">fast<\/a>) nichts mehr ein. Und das ist v\u00f6llig in Ordung.<\/p>\n<p>Denn es ist nicht nur unser Problem. Und seit heute fangen viele zum ersten Mal an, das zu verstehen.<\/p>\n<p>Endlich! Danke daf\u00fcr!<\/p>\n<p>Und jetzt wieder n\u00fcchtern werden.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><em>Anbei ein Interview mit David Baum aus der GQ-Chefredaktion, der die #Mundpropaganda-Kampagne initiiert hat. Ich habe das Interview mit ihm f\u00fcr das Mediendebatten-Portal und -Thinktank VOCER.org gef\u00fchrt, wo es gleichzeitig mit der Ver\u00f6ffentlichung hier auf dem Nollendorfblog erscheint:<\/em><\/p>\n<h2><em style=\"font-size: 13px;\"><strong>&#8222;Eine Massenbewegung. Das ist schon einzigartig.&#8220;<\/strong><\/em><\/h2>\n<p><em style=\"font-size: 13px;\"><strong>GQ gilt als Refugium f\u00fcr \u201eechte M\u00e4nner\u201c mit Vorliebe f\u00fcr schnelle Autos oder sch\u00f6ne Frauen, in dem Bruce Willis erkl\u00e4rt, wie man \u201ezum coolsten Hund der Welt\u201c wird. Wie kommen Sie darauf, dass ihre Leser es auch cool finden, M\u00e4nner k\u00fcssende M\u00e4nner zu sehen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>David Baum:<em> Als M\u00e4nnermagazin behandeln wir auch klassische M\u00e4nnermagazinthemen, klar. Aber das ist ja nur eine Facette unserer redaktionellen Bandbreite.<\/em><br \/>\n<em> GQ hat sich vor einigen Jahren auf die Spurensuche begeben, was den Gentlemen im 21. Jahrhundert ausmacht. Nat\u00fcrlich haben wir keine abschlie\u00dfende Antwort gefunden, au\u00dfer der einen: Ein Gentlemen braucht Haltung. Das war gestern so, das wird auch morgen so sein. Und dazu geh\u00f6rt die Akzeptanz anderer Lebensauffassungen. Insofern wollen wir unseren Lesern einmal sagen, was unserer Meinung nach uncool ist: Intoleranz.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>In Deutschland gilt der Kampf um gleiche Rechte im Wesentlichen als Angelegenheit von Lesben und Schwulen selbst. In Amerika versteht man \u201eEqual Right\u201c vor allem als B\u00fcrgerrechtsthema, f\u00fcr das sich viele \u201eIkonen\u201c der \u201eGesamtgesellschaft\u201c engagieren. Warum gab es so etwas in Deutschland bisher nicht?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Eine Spekulation w\u00e4re, dass Schwule und Lesben in Deutschland als weitgehend gleichberechtigt gelten \u2013 auch wenn mancher User-Kommentar von heute etwa bei Spiegel Online das traurige Gegenteil belegt.\u00a0Die Einf\u00fchrung der sogenannten \u201eHomo-Ehe\u201c ist etwa im Vergleich zu Frankreich ger\u00e4uschlos und ohne nennenswerte Proteste verlaufen, offen lebende Schwule k\u00f6nnen in Deutschland Ministerpr\u00e4sidenten oder Au\u00dfenminister werden, und wenn ein bayerischer Landrat in die Schlagzeilen ger\u00e4t, weil er schwule Sexdates in seinen Amtsr\u00e4umen abgehalten hat, dann f\u00fchrt das nicht zwingend dazu, dass er an Beliebtheit einb\u00fc\u00dft oder gar zur\u00fccktreten muss. Mit den Berichten \u00fcber die Zust\u00e4nde in Russland vor dem Hintergrund der Olympischen Winterspiele in Sotchi hat sich das ge\u00e4ndert. Durch das Protestverbot f\u00fcr Olympiateilnehmer ist das Thema mit einer anderen Dringlichkeit in die deutsche Debatte zur\u00fcckgekehrt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Der organisierten Schwulen- und Lesbenbewegung scheint im Kampf um gleiche Rechte und gegen Diskriminierung nicht mehr viel einzufallen. M\u00fcssen jetzt ausgerechnet die Heteros den Schwulen zeigen, was Mut ist? Und ein eher an Hetero-M\u00e4nner gerichtetes Magazin, wie man eine \u201egeile\u201c Kampagne f\u00fcr Schwule macht?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Zun\u00e4chst: Unsere Redaktion ist wie auch unsere Leserschaft bunt gemischt. Und ich w\u00fcrde mir nicht anma\u00dfen wollen, die Arbeit der Schwulen- und Lesbenbewegung zu bewerten. Keinesfalls treten wir in irgendeine Konkurrenz zu anderen Kampagnen oder Organisationen. Wir haben versucht, unser Statement und unseren Beitrag zur Debatte abzugeben und wir haben es auf unsere Weise getan. That\u2019s it.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Herbert Gr\u00f6nemeyer, \u00a0August Diehl, die Bands Fettes Brot und Revolverheld, Kostja Ullmann, Ken Duken, Moses Pelham und Thomas D sowie die Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann: Wie\u00a0schwierig war es, die Protagonisten der Kampagne zum Mitmachen zu \u00fcberzeugen? Welche Hindernisse gab es?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Die Jungs, die jetzt in der Kampagne sind, haben alle sofort zugesagt. Bei manchen anderen hat es leider aus organisatorischen Gr\u00fcnden einfach nicht geklappt. Besonders traurig bin ich, dass das Motiv Ben Becker k\u00fcsst Ben Tewaag nicht geklappt hat. Beide hatten zugesagt, dann ist aber leider Beckers Stiefvater Otto Sander verstorben und Ben hatte dann nat\u00fcrlich andere Dinge im Kopf. Am meisten hat mich \u00fcberrascht, dass Thomas D. und Moses Pelham mitgemacht haben \u2013 die sich jahrelang nicht mal die Hand gegeben haben. Ich glaube, dass die beiden das gr\u00f6\u00dfte Risiko eingegangen sind. Ich will dem Hip Hop-Publikum nichts unterstellen, aber ich habe den Eindruck, dass da mancher Fan sensibel reagieren k\u00f6nnte. Mein Kollege Josip Radovic, der einen guten Draht zu den gro\u00dfen Fu\u00dfballvereinen und Sportverb\u00e4nden Deutschlands hat, versuchte mit enormen Einsatz, Fu\u00dfballer zum Mitmachen zu \u00fcberreden, aber da l\u00e4uft man gegen eine sehr hohe sehr dicke Wand. Sotchi-Olympioniken waren nat\u00fcrlich sofort raus, als das IOC drohte, sie bei Missachtung der russischen Vorgaben zu disqualifizieren.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Bisher galt doch: \u201eWir finden alle Schwule toll, aber m\u00fcssen die sich ausgerechnet in der \u00d6ffentlichkeit k\u00fcssen?\u201c \u00c4ndert sich da gerade etwas?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Ich glaube, dass sich gerade sehr viel \u00e4ndert. Zwei k\u00fcssende M\u00e4nner sind heute kein Aufreger mehr \u2013 aber ich habe sogar den Eindruck, dass es f\u00fcr den einen oder anderen eine Herausforderung ist, pl\u00f6tzlich \u201enormal\u201c zu sein. Lotte Tobisch, Grande Dame der Wiener Gesellschaft und jahrelange Organisatorin des Opernballs, sagte einmal zu mir, sie w\u00fcrde es begr\u00fc\u00dfen wenn die sofortige Gleichstellung samt Kinderadoption umgesetzt w\u00fcrde, weil dann die aus ihrer Sicht provokative CSD-Parade nicht mehr n\u00f6tig w\u00e4re. Ich bin mir nicht sicher, ob alle einen solchen Tausch begr\u00fc\u00dfen w\u00fcrden.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Was antworten denn die Teilnehmer auf die Frage geantwortet, wie es ist, einen Mann zu k\u00fcssen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Gr\u00f6nemeyer hat gesagt, er h\u00e4tte August Diehls Lippen sch\u00f6n und angenehm gefunden. Die beiden Beach Volleyball-Weltmeister Brink und Reckermann taten sich am Anfang etwas schwer. Die beiden haben jahrelang zusammen Sport gemacht, und auf einmal kamen sie sich so nahe wie nie zuvor. F\u00fcr die meisten war es einfach ungewohnt, aber alle fanden es eine spannende Erfahrung.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Wenn Promis sich f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c einsetzen, gehen sie in der Regel kein Risiko ein und k\u00f6nnen sicher sein, dass es ihrem Image nutzt. Bei den Stars ihrer Kampagne ist das anders. Ist das ein neuer Ansatz: Wirklicher pers\u00f6nlicher Einsatz statt der \u00fcbliche unverbindliche Charity-Schleim?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Wie gesagt ist das Risiko glaube ich vor allem bei den beiden Hip-Hoppern am gr\u00f6\u00dften. Ich kann nur einen Hut bzw. meine Baseballcap vor den beiden ziehen. Und vor allen anderen Teilnehmern auch. Aber grunds\u00e4tzlich begr\u00fc\u00dfe ich auch jeglichen \u201eCharity-Schleim\u201c, wenn er am Ende irgendetwas bewirkt oder jemandem hilft. Der selbstlose Philantrop ist eine rare Erscheinung. Aber wenn es einer Gala mit viel Champagner und Blitzlichtgewitter bedarf, um kranken Kindern zu helfen: Go for it!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wie liefen die Vorbereitungen intern? Gibt es Bauchweh im Vertrieb, der sagt: ist ja eine super PR aber wir m\u00fcssen an unsere Abonnenten denken?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Ich glaube nicht, dass man so eine Aktion in irgendeine Richtung kalkulieren kann. Ich hatte durch Zufall an einem sonnigen Herbstnachmittag Norman R\u00f6hlig, den Initiator der Aktion \u201eEnough is Enough\u201c kennen gelernt. Er erz\u00e4hlte von seiner Kampagne und beklagte, dass haupts\u00e4chlich Schwule Solidarit\u00e4t mit den Schwulen in Russland zeigen. Ich kam in die Redaktion zur\u00fcck und erz\u00e4hlte meinen beiden Kollegen aus der Chefredaktion Jos\u00e9 Redondo-Vega und Dominik Sch\u00fctte davon. Dominik sagte eher beil\u00e4ufig: Eigentlich w\u00e4ren wir das ideale Medium, um das zu \u00e4ndern. Und Redondo-Vega sagte: Dann machen wir das eben. Die einzige Kritik aus dem Verlag war jene, dass wir nicht gleich daran gedacht hatten, auch Sticker mit dem Protestlogo zu bestellen.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Definieren Sie da nicht gerade eine neue Zielgruppe, die sich durch GQ zusammen finden soll: Die Heteros als die neuen Schwulen und die Schwulen als das neue Cool?\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Quatsch. Unser Zielgruppe sind immer schon M\u00e4nner, die Stil haben, und damit nicht ausschlie\u00dflich Mode meinen. Wir hoffen, dass unsere Leser guten Sex haben, ob mit M\u00e4nnern oder Frauen ist uns reichlich egal. Cool ist das neue Cool.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Wie schafft man es, eine so gro\u00dfe Fotoproduktion, an der viele der beliebtesten deutschen M\u00e4nner des Landes beteiligt sind, geheim zu halten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Indem man es niemandem erz\u00e4hlt. Nein, Scherz. Erstens sind alle beteiligten Profis und zweitens funktioniert die Nachricht ja nur mit den Fotos.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Die Kampagne hat sich enorm schnell verbreitet. Haben Sie das so erwartet?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Die Kampagne ist ein paar Stunden online und wir k\u00f6nnen sagen, anders ist: die Sympathie ist gro\u00df. Aus dem Erfolg von #Mundproaganda kann man aber tats\u00e4chlich eine Lehre ziehe: Protest bei eine so ernsten Thema kann durchaus heiter formuliert und umgesetzt sein. Selbst die Bildzeitung hat inzwischen ihre Leser aufgerufen, sich dem Protest anzuschlie\u00dfen und gleichgeschlechtliche Kussbilder von sich einzusenden. Damit ist es eine Massenbewegung. Das ist schon einzigartig.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Im Editorial wird die Aktion von GQ angesichts der russischen Anti-Homosexuellenpolitik damit begr\u00fcndet, dass das nicht nur \u201edas Problem der Homosexuellen in den betroffenen L\u00e4ndern ist. Es ist M\u00e4nnersache schlechthin.\u201c Und sp\u00e4ter hei\u00dft es \u201eIn 38 afrikanischen Staaten gilt schwule Liebe als Straftat.\u201c Wieso eigentlich M\u00e4nnersache?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Sie haben Recht \u2013 die verfolgten Lesben bed\u00fcrfen der gleichen Aufmerksamkeit und wir haben auch auf die Probleme von Transgender in den bewussten Staaten nicht thematisiert. Und nat\u00fcrlich ist das Engagement f\u00fcr Toleranz nicht M\u00e4nnersache, sondern Menschensache. Es gab \u00fcbrigens auch prominente Frauen, die mitmachen wollten \u2013 was dann terminlich nicht geklappt hat. Indem wir uns mit dieser Aktion letztlich nur M\u00e4nnern zugewandt haben, konnten wir den Fokus bewusst auf unsere Zielgruppe legen &#8211; ohne nat\u00fcrlich eine Wertigkeit herzustellen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Die gro\u00dfe Berliner Demonstration \u201eEnough is Enough\u201c im Sommer gegen die Anti-Homopolitik in Russland war f\u00fcr viele junge Lesben und Schwule Ausl\u00f6ser, sich erstmals politisch zu engagieren. Erleben wir hier gerade so etwas wie eine neue politische Bewegung, oder zumindest eine neue politische Kultur, die in Kampagnen und nicht in den Kategorien von Parteien und Interessenorganisationen denkt?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Man muss dem IOC f\u00fcr seine unfassbar tumbe Entscheidung eigentlich dankbar sein. Denn, dass auch unseren Olympioniken untersagt ist, sich zu Homosexualit\u00e4t auch nur zu \u00e4u\u00dfern, hat die Repression direkt in unsere Mitte getragen. Seit Jahren ist doch eine Abkehr von den klassischen politischen Vereinen und Parteien zu beobachten. Leider hat es gedauert, bis sich Alternativen dazu er\u00f6ffneten. Ich glaube, dass Ph\u00e4nomene wie der so genannte Wutb\u00fcrger oder die Shitstormkultur im Netz eine Ausformung dieser Orientierungslosigkeit war. Wir berichten in GQ regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber Politik und haben auch beobachtet, dass in den traditionellen Polit-Medien regelrecht Verst\u00f6rung herrschte, als etwa Winfried Kretschmann mit GQ und dann nicht einmal \u00fcber seinen Kleidergeschmack sondern \u00fcber Politisches redete. Lassen Sie es mich in der Sprache der Trends ausdr\u00fccken: Politik ist wieder in, aber nicht im alten Look.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wenn Du glaubst, es geht nichts mehr &#8230; Mannomann. Nein, kein Lichtlein. #Mundpropaganda ist auch kein Silberstreif am Horizont und auch kein Licht am Ende des Tunnels. Nein, das hier ist Erleuchtung pur. Endlich! Wir k\u00f6nnen wieder sehen! Ein Wunder. Mindestens. Sorry, ich bin beschwipst.\u00a0Und wenn ich nicht aufpasse, finde ich auch noch Franz &#8230; <a title=\"Die Hintergr\u00fcnde der GQ-Kampagne: Warum Kostja Ullmann mit Ken Duken knutscht\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=3043\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Die Hintergr\u00fcnde der GQ-Kampagne: Warum Kostja Ullmann mit Ken Duken knutscht\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3047,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[159,101,55,74,1,166],"tags":[],"class_list":["post-3043","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-159","category-applaus-statt-meckern","category-community","category-medien","category-politik","category-print"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3043"}],"version-history":[{"count":39,"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3043\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5720,"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3043\/revisions\/5720"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3043"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3043"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}