{"id":4016,"date":"2014-07-30T23:48:56","date_gmt":"2014-07-30T21:48:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=4016"},"modified":"2019-03-02T11:45:48","modified_gmt":"2019-03-02T09:45:48","slug":"eine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=4016","title":{"rendered":"&#8222;Anstand oder Politik?&#8220;, &#8222;Randale oder Anpassung?&#8220;: Macht endlich Schluss mit den Scheindebatten!"},"content":{"rendered":"<p>Och n\u00f6. Endlich gibt es Anf\u00e4nge einer grunds\u00e4tzlichen, konstruktiven\u00a0Debatte \u00fcber die Zukunft unserer Emanzipationsbewegung. Und dann das:<\/p>\n<p>Vorgestern nimmt\u00a0Elmar Kraushaar seinem eigentlich lesens- und diskussionswerten <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=tz&amp;dig=2014%2F07%2F29%2Fa0124&amp;cHash=e51e5f1f0cec54ab4c867d2bb0c1b78f\"><em>taz<\/em>-Artikel<\/a>\u00a0\u00fcber &#8222;den Stand der homosexuellen Bewegung&#8220; jede\u00a0Seriosit\u00e4t, indem er seine Kritik an <em>Enough is Enough<\/em> mit der wahrheitswidrigen Behauptung kr\u00f6nt, ihr Sprecher Alfonso Pantisano h\u00e4tte behauptet, &#8222;j<span style=\"color: #000000;\">edes &#8218;Auflehnen&#8216; gegen die Unterdr\u00fcckung homosexueller Menschen habe &#8222;gar nichts mit Politik zu tun. Sondern mit Anstand!&#8220;<\/span><\/p>\n<p>Und heute f\u00fchlt sich die Deutsche AIDS-Hilfe in einer <a href=\"http:\/\/www.iwwit.de\/blog\/2014\/07\/wie-du-in-den-wald-hineinrufst-ernsthaft\/\">Pressemitteilung<\/a> dazu veranlasst, dem Magazin\u00a0&#8222;M\u00e4nner&#8220; in ungew\u00f6hnlicher Sch\u00e4rfe vorzuwerfen, einen Artikel ver\u00f6ffentlicht zu haben, der<span style=\"color: #000000;\">\u00a0&#8222;weit \u00fcber die Grenzen eines verantwortungsvollen Journalismus hinaus&#8220; gehe. Tats\u00e4chlich\u00a0ist der <em>M\u00e4nner<\/em>-Artikel von\u00a0<span style=\"color: #000000;\">Daniel Deuling (&#8222;Wir werden nicht nur daran gemessen, mit wem wir unser Bett teilen. Sondern auch daran, wie wir dieses Faktum darstellen.&#8220;)\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 13px;\">sehr schwer bek\u00f6mmlich, da er, da hat die AIDS-Hilfe recht, &#8222;Opfer zu Mitt\u00e4tern macht&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 13px;\">Allerdings spiegelt der Beitrag nicht nur die Meinung vieler Homohasser wider, sondern reflektiert viele Gedanken, die sich auch die viele Homosexuelle machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #000000;\">Problematischer als den Beitrag und seine Schlussfolgerungen\u00a0selbst finde ich deshalb, wie das Magazin diese\u00a0zur Antithese einer frei erfundenen Alternativdiskussion macht. &#8222;<span style=\"color: #000000;\">Randale oder Anpassung?&#8220; steht auf dem Titel des neuen Heftes,\u00a0was man ja als verkaufsf\u00f6rdernden Teaser gerade noch so durchgehen lassen k\u00f6nnte. Aber auch im Heft so zu tun, als handele es sich bei &#8222;Randale oder Anpassung&#8220; tats\u00e4chlich um zwei ernstzunehmende Alternativoptionen ist tats\u00e4chlich unter journalistischen Kriterien unredlich und\u00a0als Beitrag zur Emanzipationsdiskussion\u00a0problematisch.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #000000;\">Um eins klar zu stellen: Es handelt sich auch nicht um eine Zuspitzung, sondern schlicht um das\u00a0Konstruieren von\u00a0Pseudo-Dialektik, die nicht f\u00fcr sich in Anspruch nehmen kann, irgendetwas zur Aufkl\u00e4rung beizutragen, es sei denn, sie bef\u00f6rdere ihre eigene Demaskierung.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>&#8222;Anstand oder Politik&#8220;, &#8222;Randale oder Anpassung&#8220;, das sind nur die j\u00fcngsten Konflikt-Attrappen,\u00a0die sich nahtlos an\u00a0andere irrlichternde\u00a0Spiegelfechtereien anreihen, die um Gegensatzbehauptungen wie &#8222;Politik oder Party&#8220;, &#8222;Alte oder Junge&#8220;, &#8222;Schrill oder Seri\u00f6s&#8220;, &#8222;Professionalit\u00e4t oder Ehrenamt&#8220;, &#8222;Internetkultur oder reale Welt&#8220;, oder zuletzt an &#8222;Bart oder kein Bart&#8220; herum gestrickt wurden.<\/p>\n<p>Nicht, dass ich M\u00e4nner, die taz oder Elmar Kraushaar wichtiger nehmen m\u00f6chte, als ich es sowie \u00a0tue. Aber\u00a0gerade jetzt, wo uns der Kampf gegen Homophobie immer mehr in eine groteske und\u00a0(bitte entschuldigt das milit\u00e4rstrategische Wort) &#8222;asymmetrische&#8220; Verteidigungshaltung zu zwingen scheint, sollten doch zumindest die auf das Entfachen von Scheingefechte verhindern, die diese als solche erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zumal nach all dem, was in der Szene in den letzten Monaten an Wut, Frust, Verwirrung, Resignation, Sprachlosigkeit zu beobachten war, aber auch an\u00a0neuer Entschlossenheit, alter Selbstvergewisserung, es immer schon gewusst zu haben, neuer Heldenverehrung und\u00a0sturem Weiter-So-Aktionismus, es endlich Hoffnung zu geben scheint.<\/p>\n<p>Hoffnung, dass endlich eben nicht mehr die Scheindiskussionen im Vordergrund stehen, die die allgemeine Verunsicherung\u00a0daf\u00fcr nutzen, vermeintliche Gegens\u00e4tze heraufzubeschw\u00f6ren und somit\u00a0eine wirkliche\u00a0vorurteilsfreie Analyse immer schwieriger machen.<\/p>\n<p>Eine Debatte, die nicht auf ganz schnelle Antworten auf die Frage\u00a0abzielt, was &#8222;Wir&#8220; jetzt\u00a0nach Bauchgef\u00fchl-Koalitionsvertrag, Sotschi,\u00a0&#8222;Wird man doch wohl mal sagen d\u00fcrfen&#8220; und der Aussicht auf\u00a0eine rechtlichen Gleichstellung jetzt machen sollten. Sondern dar\u00fcber, wer &#8222;wir&#8220; \u00fcberhaupt sind und sein wollen.<\/p>\n<p>Was so abstrakt nach esoterischer Selbstfindung klingt, ber\u00fchrt ganz praktische Fragen dar\u00fcber, ob und wie eine politische Bewegung m\u00f6glich ist, wie sie sich organisiert und orientiert.<\/p>\n<p>Es ist eine Situation entstanden, in der jeder die fehlende politische Dimension des Anderen in Frage stellt, aber nicht bereit ist, dar\u00fcber zu diskutieren, was denn eine politische Dimension heute \u00fcberhaupt bedeutet und bedeuten kann. &#8222;Politisch&#8220; ist ein hohles Qualit\u00e4tssiegel geworden, das sich jeder auf die Stirn stempelt, was ja so lange in Ordnung ist, so lange nicht jeder behauptet nicht nur f\u00fcr sich, sondern auch f\u00fcr andere zu sprechen.<\/p>\n<p>Die Diskussion, dar\u00fcber, wie eine einflussreiche Interessenvertretung gestaltet werden kann ist bisher jedes mal im Keim erstickt worden. Der Befund, dass wir eben keine &#8222;schlagkr\u00e4ftige Homolobby&#8220; haben, wurde mit der vermeintlichen Gegenthese gekontert, dass es so was wie eine &#8222;einheitliche&#8220; Stimme nicht geben d\u00fcrfe, was zwar richtig ist, aber \u00fcberhaupt nicht zur Diskussion steht.<\/p>\n<p>Jetzt endlich scheint\u00a0sich der Staubnebel\u00a0der\u00a0vermeintlichen Meinungs- und Richtungsscharm\u00fctzel zu l\u00fcften.<\/p>\n<p>In K\u00f6ln etwa stritten auf Einladung des K\u00f6lner Schwulen \u00a0und Lesben Tages (KLuST) Protagonisten der Szene leidenschaftlich und kontrovers zum Thema\u00a0&#8222;Wohin geht die Emanzipationsbewegung? Und wer geht mit? (&#8230;) Was wird aus der schwul-lesbischen Emanzipationsbewegung, wenn die rechtliche Gleichstellung Wirklichkeit wird?&#8220;<\/p>\n<p>Neun Referenten (auch ich durfte dabei sein) argumentierten aus unterschiedlichsten Perspektiven und Erfahrungen, formulierten\u00a0hart, pers\u00f6nlich wie ideell. Nichts Neues eigentlich. Aber diese Debatte machte einen Unterschied zu so vielen, die in den letzten Jahren gef\u00fchrt wurden: Sie funktionierte.<\/p>\n<p>Und das nicht etwa weil &#8211; wie es so oft gefordert wird &#8211; die Diskutanten diesmal ihre eigenen Interessen zur\u00fcck stellten und sich nur auf die gemeinsamen Chancen und M\u00f6glichkeiten konzentrierten. Im Gegenteil.<\/p>\n<p>Unterschiedliche Interessen, Priorit\u00e4ten und Ansatzweisen konnten, ja sollten klar benannt und vorgetragen werden. Es war die Aufforderung, frei zu denken und ehrlich zu berichten. Ein Experiment, das sich\u00a0vorher nicht zum Befreiungsschlag erkl\u00e4rte, nicht zum immer wieder beschworenen mythischen Tisch, an den man sich nur gemeinsam setzen m\u00fcsse, um dann irgendeine heilbringende Superl\u00f6sung geb\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Es ging eben nicht darum, die eine Antwort zu finden, sondern \u00fcberhaupt einmal m\u00f6glichst viele der umherwirrenden\u00a0Fragen einmal einzufangen und\u00a0zuzulassen.<\/p>\n<p>Mit diesem Ansatz hatten es die\u00a0Veranstalter geschafft, dass es einen wirklichen\u00a0Austausch gab. Und sie offenbarten ganz nebenbei, wie dumm und l\u00e4cherlich der Gegenentwurf, das allgemein \u00fcbliche Instrument des\u00a0Schlagabtausches ist, das entweder mit einer nichts-sagenden (wenn nicht sogar verlogenen und weiteres Unheil beschw\u00f6renden) Konsensbehauptung zum Erfolg erkl\u00e4rt wird, oder dessen\u00a0hochjazzen auf eine h\u00f6here\u00a0Eskalationsstufe als Erkl\u00e4rung daf\u00fcr herhalten muss, wie unl\u00f6sbar dieser Disput um eine Sache ist, obwohl (wie man am Berliner &#8222;CSD-Streit&#8220; sehen konnte) niemand mehr erkl\u00e4ren kann, was diese Sache denn eigentlich ist, und ob sie \u00fcberhaupt noch eine Rolle spielt.<\/p>\n<p>Aber das &#8222;Frei Denken&#8220; war nur zur H\u00e4lfte daf\u00fcr verantwortlich, dass sich die Teilnehmer und ihre Ans\u00e4tze schliesslich aufeinander zu bewegten, dass bei allen (so hatte ich den Eindruck) am Ende\u00a0das Gef\u00fchl vorherrschte, etwas gelernt zu haben und neue\u00a0Hoffnung f\u00fcr die Entwicklung der Bewegung\u00a0gewonnen zu haben.<\/p>\n<p>Das andere Prinzip hiess: Zuh\u00f6ren!<\/p>\n<p>Ganz einfach. Nicht \u00fcberzeugen m\u00fcssen. Nicht recht haben\u00a0m\u00fcssen. Nicht am Schluss irgendein gemeinsames Fazit erzwingen m\u00fcssen, was auch heisst: Keine Kompromisse, keine Arbeitsgruppe. Keine Gewinner, keine Verlierer, keine To-Do-Liste, keine Abstimmung, Manifest, keine Positionsbeschreibung. Einfach nur zuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ganz einfach. Man muss es nur wollen.<\/p>\n<p>Elmar Kraushaar kann\u00a0das.<\/p>\n<p>Aber er wollte nicht. Zun\u00e4chst bastelt er noch brav an seinen pers\u00f6nlichen Lieblings-Scheindeb\u00e4ttchen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220; &#8230;. Die Protagonisten der Bewegung heute stammen aus der PR-Branche und f\u00fchren ihre Kampagnen in der Sprache der Werber, als gelte es, ein neues Produkt zu etablieren.\u00a0Hie\u00dfen die Gruppen dereinst noch &#8222;Rotzschwul&#8220; oder &#8222;Homosexuelle Aktion&#8220;, so macht man sich jetzt fit f\u00fcr den internationalen Markt. &#8230;&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Kraushaar tut tats\u00e4chlich so, als sei es ein Wert an sich, nicht verstanden zu werden.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;&#8218;Enough is enough&#8216; ist die Formation der Stunde. &#8230;&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch\u00a0erstens<\/p>\n<p>wurde der Claim nicht von Marketingleuten erfunden, sondern von einer Gruppe junger Menschen, die durch die\u00a0Homohass-Politik Russlands spontan den Entschluss fassten, eine\u00a0unbefangene und nicht an den g\u00e4ngigen Ritualen orientierte (was man fr\u00fcher wohl &#8222;rotzig&#8220; bezeichnet h\u00e4tte) &#8222;Homosexuelle Aktion&#8220; ins Leben zu rufen.<\/p>\n<p>Und zweitens<\/p>\n<p>ist das, was Kraushaar mit &#8222;macht man sich jetzt fit f\u00fcr den internationalen Markt&#8220; beschreibt eine beachtliche Umdeutung der Tatsache, dass es auch insbesondere darum ging, in Russland geh\u00f6rt und verstanden zu werden. Was ja nach Aussage von russischen Aktivisten auch funktioniert hat.<\/p>\n<blockquote><p>\u00a0&#8222;Ihre Aktionen sind fantasievoll und friedlich, ihre W\u00e4hrung ist &#8211; Einschaltquoten gleich &#8211; die Zahl der Teilnehmer, verbindliche Inhalte sucht man vergebens. Zur Unterst\u00fctzung werden Musikvideos f\u00fcr Youtube produziert &#8230;&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch Musikvideos werden nicht f\u00fcr Youtube funktioniert, sondern f\u00fcr die Menschen die so dort sehen k\u00f6nnen. Und man kann ja \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!132525\/\">inhaltlichen Gehalt von &#8222;Love Is Not For Propaganda&#8220;<\/a> streiten, aber nicht dar\u00fcber, dass er in der politischen Auseinandersetzung um die russischen Gesetzte f\u00fcr viele Menschen eine gewisse Bedeutung hatte.<\/p>\n<p>\u00dcber all das kann man diskutieren (hier im Blog ist das\u00a0mehr als genug passiert). Man kann es aber auch sein lassen, wie all die Diskussionen, die sich immer nur daran abarbeiten, Unvergleichbares vergleichen\u00a0und das Fehlen des Vergangenen beklagen zu wollen.<\/p>\n<p>Doch wenn es nicht mehr ums Bewerten, ums Meinen und Streiten geht, sondern einfach nur um den Versuch, eine weiteren frei erfundene Konflikt\u00a0in die Welt zu schiessen,\u00a0sind deutliche Worte notwendig.<\/p>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\">Ja, wir brauchen eine kontroverse Debatte, ja\u00a0es gibt Konflikte, mit denen wir uns besch\u00e4ftigen m\u00fcssen. Aber\u00a0das hier ist das Gegenteil, wenn selbst ein vermeintlicher Meinungssatz &#8230;<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\">&#8222;&#8230; Politisch ist hier gar nichts, auch wenn es vorgeblich um die ganz gro\u00dfe geht, um die in Berlin so wie die internationale. &#8230;&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\">auf einer pathetischen, aber schlicht falschen Behauptung basiert:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\">&#8222;Jedes &#8218;Auflehnen&#8216; gegen die Unterdr\u00fcckung homosexueller Menschen hat &#8211; so formulierte es einmal Alfonso Pantisano, der Frontmann von &#8222;Enough is enough&#8220; &#8211; &#8222;gar nichts mit Politik zu tun. Sondern mit Anstand!&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\">Kraushaar hat die Rede nicht nur falsch zitiert. Er hat nicht nur an\u00a0einer entscheidenden Stelle etwas falsch verstanden.<\/p>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\">Er hat sich schlicht geweigert zuzuh\u00f6ren, worum es \u00fcberhaupt ging.<\/p>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\">Aus der <a href=\"http:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=20993\">Rede zur Er\u00f6ffnung der &#8222;Rainbow Flame&#8220;<\/a>, dem Startschuss der \u00a0Dauer-Mahnwache am Potsdamer Platz w\u00e4hrend der Olympischen Winterspiele in Sotschi:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8222;&#8230; Das IOC sagt: Sportler d\u00fcrfen in Sotschi nur w\u00e4hrend der Pressekonferenzen ihre Meinung sagen.<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Das IOC sagt, Sportler d\u00fcrfen auf den Podien nach den Wettk\u00e4mpfen keine politischen \u00c4u\u00dferungen machen.<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Das IOC sagt, Kritik an der russischen Homo-Verfolgungspolitik sei verboten, da es eine politische \u00c4u\u00dferung sei.<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Doch was ist daran politisch? Was ist politisch daran, wenn ich klarstelle, dass Homosexualit\u00e4t eine ganz normale Veranlagung ist und keine ansteckende Krankheit, vor der man kleine Kinder besch\u00fctzen muss?<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Ganz im Ernst, liebes IOC: Ist es etwa auch politisch, wenn ich mich in Sotschi als Sportler hinstelle und sage, dass die Erde rund und keine Scheibe ist? Wollen Sie wirklich sagen, dass es eine Meinungs\u00e4u\u00dferung ist, wenn ich betone, dass wir uns im Jahr 2014 befinden und nicht im Mittelalter?<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Liebes IOC: Es geht hier nicht um Politik. Es geht hier schlicht und einfach um Grundbedingungen von Zivilisation. Das Auflehnen gegen ein politisches System, das eine Menschengruppe zu einer Gefahr der Gesellschaft erkl\u00e4rt und sie damit der Erniedrigung und Verfolgung preisgibt, hat erst einmal gar nichts mit Politik zu tun. Sondern mit Anstand! &#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"article\" style=\"color: #000000;\">Lasst uns gegen Homophobie k\u00e4mpfen. Lasst und erkl\u00e4ren, aufkl\u00e4ren, lasst und um die richtigen Wege streiten. Es gibt dabei nicht die Strategie, die L\u00f6sung, aber\u00a0unglaublich viele Menschen, die dazu etwas zu sagen haben.<\/p>\n<div>\n<div dir=\"ltr\">\n<div>Wir k\u00f6nnen uns die eingefahrene Bewegungs-Folklore nicht mehr leisten. Wir k\u00f6nnen uns nicht mehr leisten, uns bewusst falsch verstehen zu wollen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Deshalb, auch wenn&#8217;s schwer f\u00e4llt:<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Lasst uns bitte einfach versuchen, uns gegenseitig zuzuh\u00f6ren!<\/div>\n<div>\u2666<\/div>\n<div>&#8212;<\/div>\n<div><\/div>\n<div><em><span style=\"color: #000000;\">Weitere Beitr\u00e4ge hier im Blog zum Thema:<\/span><\/em><\/div>\n<div><\/div>\n<div><em><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=3140\">Der Text von &#8222;Love Is Not For Propaganda&#8220; seine Verbreitung<\/a><\/span><\/em><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div dir=\"ltr\">\n<div><em><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.nollendorfblog.de\/?p=3344\">\u00dcber die politische Dimension der &#8222;Rainbow Flame&#8220; von &#8222;Enough is Enough&#8220;<\/a><\/span><\/em><\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schein-Debatten von &#8222;M\u00e4nner&#8220; bis &#8222;taz&#8220; vernebeln die dringend notwendige Diskussion um die Zukunft der Emanzipationsbewegung. Wir k\u00f6nnen uns die eingefahrene Bewegungs-Folklore nicht mehr leisten. 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