Der „Hafen“ soll bleiben!
Will die Berliner Szene eine ihrer wichtigsten Instutitionen behalten, darf sie nicht nur an deren Vermieter appellieren, sondern letztendlich auch an sich selbst.
Das Nollendorfblog aus Berlin von Johannes Kram
Will die Berliner Szene eine ihrer wichtigsten Instutitionen behalten, darf sie nicht nur an deren Vermieter appellieren, sondern letztendlich auch an sich selbst.
Kann ja sein, dass Friedrich Merz die Sache nun entsetzlich leid tut. Kann ja sein, dass Friedrich Merz etwas geistrig-moralischen Restanstand besitzt und die Sache gerade rückt. Jeder darf mal irren. Aber so sieht es gerade nicht aus.
Eigentlich sollte es in diesem Jahrtausend in Deutschland Konsens sein, dass offen agitierende Rassisten, Antisemiten und Homophobiker für den Vorsitz einer demokratischen Institution nicht tragbar sind.
Foto: Annegret Kramp-Karrenbauer by Sandro Halank
Gastbeitrag: Ein Artikel der Ärzte Zeitung, der daran zweifelt, dass Kinder und Jugendliche auch schon vor der Pubertät ihr richtiges Geschlecht zuverlässig kennen können, steht in der Kritik. Doch nicht nur der Beitrag selbst, sondern auch der Umgang mit den Reaktionen ist unverantwortlich, so Jonas Recker: „Auf Facebook formulierte Kritik an der Veröffentlichung des Beitrags wurde vom Social Media-Team gelöscht, weggewischt und diffamiert.“
Ein Aufruf zum Mitmachen: Berlin braucht jetzt auch ein Museum, in dem homosexuelle Geschichte nicht nur als Problem, sondern auch als positive Identitätssuche und -erfahrung erlebbar wird.
Der Bundesverband muss sich endlich deutlicher von seiner Berliner Gruppierung distanzieren. Und die Institutionen dieses ominösen „Bündnisses gegen Homophobie“ müssen sich dringend neu organisieren. Mit der Community und nicht mit einer Organisation, die vor allem eines ist: deren Gift.
„Partnerland“ der Messe Berlin: Nach der Folterstrafe gegen zwei Lesben bezeichnet der Premierminister des Landes Juden wiederholt als „Hakennasen“ und den Grund allen Übels im Nahen Osten. Wie lange noch will sich die zuständige grüne Bürgermeisterin nicht zuständig fühlen?
Die Chancen steigen, dass die „Regenbogenhaupstadt“ Berlin nächstes Jahr doch nicht zur Promoterin einer „Homo-Hölle“ wird. Nun ist auch die Community gefragt …
Ausgerechnet die „Regenbogenhauptstadt“ Berlin will im nächsten März einer Homo-Hölle dabei helfen, sich international als Paradies zu inszenieren.
Irgendwann wird Wim Wenders aufwachen, und dann wird ihm das alles entsetzlich peinlich sein.
Auf nach Kahla! Wir dulden keine Orte, an denen sich Lesben, Schwule, Bi-, Trans-. und Intersexuelle nicht öffentlich zeigen können. Die Nazis und ihre Angstmache dürfen nicht das letzte Wort haben!
Dieses Foto ist verheerend. Es ist ein Dokument des reaktionären Zeitgeistes, ein Erfolg der Anführer der Gegen-Emanzipation.
Es ist nicht nur geschmacklos, sondern auch gefährlich, wie der Chef einer Schwulen-Institution dieses populistische Narrativ füttert, nach dem der Kampf gegen die Diskriminierung einer Minderheit ein Privileg, eine Bevorzugung ist. Ja klar muss für Trans“ und Inter* (und in vielen Bereichen auch noch für Schwule) mehr getan werden. Aber für Lesben eben auch!
Es muss schon Sorge machen, mit welcher Unverfrorenheit Wagenknecht hier Populismus betreibt, mit welcher Härte sie versucht, eine Kritik niederzubügeln, ohne auf sie richtig einzugehen.
Foto: By Ferran Cornellà [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons
Unter dem Vorwand, etwas, das selbstverständlich sein sollte, zu einer Selbstverständlichkeit zu verhelfen, machen sie das Gegenteil. Indem sie das Schwulsein zur eigentlichen News machen und nicht die Schwierigkeit, darüber zu reden, skandalisieren sie nicht die Verhältnisse, sondern das Schwulsein.
Der Fall Özil zeigt, wie brüchig die Minderheiten-Akzeptanz der Deutschen ist, und dass schon ein einziges als solches betrachtetes Fehlverhalten ausreicht, um diese Akzeptanz zu entziehen.
Das rechtspopulistische Deutschland hat nur so viel Macht, wie das Rest-, das liberale Deutschland ihm zugesteht. Wenn Linder das nicht selbst merkt oder seine Partei ihm das durchgehen lässt, sollte sie aufhören, sich liberal zu nennen.