Liebe Homosexuelle, liebe Lesben

Betroffen sind hauptsächlich Frauen. Doch wen sieht man in den Medien? Männer!

Bei der sogenannten „Sukzessivadoption“, über die jetzt das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, geht es darum, dass Homosexuelle in einer eingetragenen Partnerschaft in Zukunft das bereits von ihrem Partner angenommene Kind adoptieren dürfen. Der allergrößte Teil der Kinder in Regenbogenfamilien leben bei lesbischen Müttern. Dies gilt sowohl für die eigenen als für die adoptierten.  Schwule Väter sind da relativ gesehen (noch) eine Randerscheinung. Trotzdem sind es fast immer schwule Männer, die in den Medien abgebildet werden, wenn es um das Adoptionsrecht Homosexueller geht.

Aber nicht nur dort. Schwule Männer geniessen das zweifelhafte Privileg, das Bild von Homosexualität in der Öffentlichkeit zu prägen. Und sie tun wenig dagegen, dass es nicht so ist. Vielleicht weil sie Männer sind. Vielleicht, weil ihr Narzismus ein anderer ist, ich weiss es nicht, ich bin nicht lesbisch.

Es mag ja auch wirklich sein, dass Schwule lieber ins Fernsehen oder vor die Fotokamera wollen als Lesben, aber nein, auch das spräche nicht für oder gegen jemanden, sondern würde schlichtweg bedeuten, dass sich alle etwas mehr Mühe machen müssten, wenn es darum geht, Realität zu bebildern. Realität ist nicht das, was am besten oder am schnellsten ins Bild passt.

„Homosexuelle und Lesben“, diese Absurdität gibt es in den Medien tatsächlich. Bereits vor einigen Jahren hatte der Verband Lesbischer und Schwuler Journalisten (BLSJ) anhand dieser Unglücksformulierung verdeutlicht, wie schief das von den Medien vermittelte Bild von Homosexualität hängt.

Ganz angekommen ist diese Warnung nicht. Drei Beispiele nur aus den vergangenen Wochen:

„Laut Meinungsumfragen soll die Mehrheit der Franzosen dafür sein, die Ehe von Homosexuellen und Lesben gleich zu stellen“ (Stern.de vom 12.02.2013, Artikel ist inzwischen offline)

„Eine Bitte an die Interessenvertreter der Homosexuellen und Lesben …“ („Die Presse“ vom 04.03.2013)

„Und so wird in Frankreich nicht etwa darum gestritten, ob es gut oder schlecht sei, homosexuell zu sein, sondern vielmehr um das Problem der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare. Davon erzählte in seinem Interview mit STIMME RUSSLAND Dominique Boren, Vizepräsident der Assoziation der Eltern und der zukünftigen Eltern, Homosexuellen und Lesben: …“ (Radio „Stimme Russlands vom 17.02.2013)

 

 Vielen Dank an die Akademie Waldschlösschen und den BLSJ, die das allgemeine Bild von Lesben und Schwulen in den Medien erst jetzt wieder zum Thema machten und an Sabine Arnolds von „phenomenelle“ für das Nichtlockerlassen im Speziellen. 

 

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Kommentar fuer “Liebe Homosexuelle, liebe Lesben

  1. Gut beobachtet, und es gibt noch einen anderen Effekt: Zwei Männern wird von Homophobikern unterschwellig eher unterstellt, sie würden die Kinder sexuell mißbrauchen. Durch die unseelige Rolle der Kirche ins Sachen Pädophilie, die dann schnurstracks mit Homosexualität gleichgesetzt wird… Die gleiche Kirche die…ach man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte…

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