Augsteins „Ehe für alle“-Kritik bedient auch Muster des Antisemitismus

In der letzten Legislaturperiode hat der Bundestag über 500 Gesetze verabschiedet. Warum muss ausgerechnet das der „Ehe für alle“ sich dafür rechtfertigen, dass es den Globablisierungsverlierern nicht hilft?

Foto/Copyright: CC BY 2.0 Das blaue Sofa / Club Bertelsmann.

Ehe für alle: Der völkische Wahn der Annegret Kramp-Karrenbauer

Dürfen wir hier Harmlosigkeit unterstellen, nur weil es sich um eine christliche Provinzpolitikerin handelt?  Dürfen, müssen wir nicht vermuten, dass solche Aussagen genau richtig gezielt sind, genau richtig verstanden werden, genau richtig ankommen? Dass das Gift, das in ihnen steckt, auch wirkt?

Die „Ehe für Alle“ wäre ein Geschenk der Gesamtgesellschaft an sich selbst

Die „Ehe für Alle“ wäre kein Privileg für Lesben und Schwule. Sie würde nur etwas richtig stellen, was noch nicht richtig ist. Sie würde die Gesamtgesellschaft stärken, weil sie sich selber beweisen könnte, dass sie ihre Freiheitsrechte als universelle Rechte begreift.

Auf jede Schwule Ehe stolz sein!

Für den Erfolg der Homo-Ehe ist es ganz egal, wie viele Menschen sie tatsächlich nutzen werden. Rosa Parks hat sich 1955 nicht deshalb im Bus in den für Schwarze verbotenen vorderen Teil gesetzt, weil sie lieber vorne sitzt. Sie tat es, ganz einfach, weil es möglich sein musste.
(Erschienen in „Männer“ Juni 2013)